ich bedarf nur einiger Minuten Rochester erzählte mir ausführlich alle näheren Umstände seiner Verbindung mit Bertha Mason Es war eine schmerzliche Erzählung Um einem älteren Sohne alle Besitzungen der Rochester zu sichern hatte sein Vater den jüngeren mit einem reichen Mädchen verheirathen wollen Mr Mason der Vater Bertha 's gab dieser fünfzigtausend Pfund Sterling als Mitgift und dieser Umstand entschied die Verbindung Als der junge Rochester die Universität verließ wurde er nach Jamaika geschickt mit dem Bedeuten er werde dort eine Braut finden die Schönste unter den Schönen der Colonie Und dies war keine Uebertreibung Auch die Eltern der reichen Erbin denen der Name und der gesellschaftliche Rang der Rochester ein glücklicher Fund für ihre Tochter zu sein schien boten Alles auf um den ihnen zugesendeten jungen Mann zu fesseln Seine Sinne sein Stolz und sein jugendlicher Ehrgeiz wurden zu gleicher Zeit angeregt Er sah Bertha nur in Gesellschaften wo sie von Huldigungen umgeben war wo sie in dem doppelten Glanze der Schönheit und des Reichthums strahlte Durch tausend wohlberechnete Kunstgriffe bethört und von den schmeichelhaften Auszeichnungen geblendet mit denen die stolze Schönheit überhäuft wurde heirathete er sie ohne sie zu kennen ohne zu wissen welches lasterhafte Blut welche verderbliche Keime in ihr lagen und ohne daß man ihm von der Existenz seiner Schwiegermutter unterrichtete die sich seit mehreren Jahren in einem Irrenhause befand Als die Verbindung geschlossen war wurden seine Illusionen bald zerstört Wenige Tage waren hinreichend damit er zu seinem tiefen Schmerze die gemeinen Neigungen den beschränkten Geist und den gefährlichen Charakter des jungen Mädchens erkannte die er zur Gefährtin seines Lebens erwählt hatte Er fand in ihr sehr bald ein Gemisch von Einfalt angeborener Schlechtigkeit Leichtsinn und Heftigkeit Noch traurigere Erfahrungen zeigten ihm die Zukunft in der drohendsten Gestalt und seine neue Familie als unwürdig seiner Achtung Ein weniger starker Charakter würde unter der Last eines solchen nicht wieder gut zu machenden Unglücks erlegen sein Mr Rochester kämpfte vier Jahre lang indem er seinen tiefen Abscheu und Widerwillen zu verbergen und die zügellosen entehrenden Neigungen seiner unwürdigen Gattin zu verändern oder wenigstens zu mildern versuchte Aber ohngeachtet aller Anstrengungen Rochesters entwickelten sich die Laster dieser Frau mit einer entsetzlichen Geschwindigkeit Sie setzte alle Rücksichten aus den Augen und ihr öffentlich beschimpfter Gatte mußte daran denken sich von ihren drückenden Fesseln zu befreien Aber gerade zu dieser Zeit erklärte sich der Wahnsinn der Mistreß Rochester vollständig die Ehescheidung wurde unmöglich und der unglückliche Mann sah sich einem Schicksale Preis gegeben das ihm die Habsucht seiner Eltern die Falschheit der Familie Mason und seine eigene Unbesonnenheit bereitet hatten Nachdem er eine Zeit lang mit der Idee umgegangen war sich das Leben zu nehmen gab er diesen Vorsatz wieder auf und kehrte nach Europa zurück um seine Frau nach Thornfield-Hall zu bringen und sich durch weite Reisen von dem Kummer zu zerstreuen der seine Gesundheit untergrub Aber bei einem so feurigen Temperamente bei einem so leicht hinzureißenden Charakter und namentlich bei dem Bedürfniß zu vergessen welches den seit dem Tode