verzweifelte Protestationen gen Himmel senden So vergingen die Monate October November December und Januar Eines Morgens ließ mich Adele die einen starken Schnupfen hatte durch Misters Fairfax bitten die Unterrichtsstunden für heute auszusetzen und ich weigerte mich anfangs da ich mir selbst nicht gestehen wollte welche Freude ich darüber empfand endlich einmal einige Stunden zu meiner freien Verfügung zu haben Adele bat dringender und ich gab meine Einwilligung Gegen zwei Uhr hatte Misters Fairfax eben einen Brief beendigt der zur Post geschickt werden mußte Die Straße war hart gefroren der Himmel rein und die Sonne schien klar und hell so daß mich die Lust anwandelte da ich eine geraume Zeit in der Bibliothek gesessen hatte selbst den Brief zu besorgen den sie durch den Kutscher absenden wollte Es war ein Spaziergang von ungefähr zwei Stunden bei dem schönsten Wetter eine Einsiedlern wie ich konnte ihren Nachmittag nicht besser hinbringen Man muß lange in der Abgeschiedenheit gelebt haben um in dem Anblicke der Natur den mächtigen Reiz zu finden welchen die Maler darin entdecken und den sie allein wiederzugeben im Stande sind Wenn ich diesen Auserwählten gehörte wenn ich den magischen Pinsel enges Constable besäße dann würde ich Ihr kleines Museum mit der Landschaft bereichern die an meinen Augen vorüberzog als die Glocke auf dem Kirchtürme des Dorfes drei Uhr schlug Der Himmel wurde schon matt und die Sonne neigte sich langsam nach dem Horizonte hinab Ich befand mich in eine Gegend die im Sommer wegen ihrer wilden Rosenbüsche und im Herbst wegen ihrer Haselnüsse und Brombeeren bekannt war Die Früchte des Hagelkorns und der Hagebutte verliehen ihr selbst im Winter eben Korallenschmuck aber ihr größter Reiz war ihre gänzliche Einsamkeit und vollkommene Stille Der Wind strich darüber hin ohne ein Geräusch zu erwecken da kein Ginstergebüsch keine Zypresse vorhanden war deren Laub er hätte bewegen können Die kahlen Haselnußsträuche und Mispelbäume bewegte sich eben so wenig unter seinem Hauche als die weißen glatten Steine auf dem Wege In der Ferne erstreckten sich zu beiden Seiten nackte Wiesen auf denen kein Vieh weidete und die kleinen Vögelchen welche hin und wieder über die Zäune flogen schienen dürre Blätter zu sein die der Wind bis jetzt zu entführen vergessen hatte Was soll ich Ihnen sagen Ich wurde im Angesicht dieser vielleicht so einfachen und allgewöhnlichen Dinge von einer Art Begeisterung ergriffen Ich vergaß die Kälte den Zweck meines Ausgangs die herannahende Dunkelheit hüllte mich fester in meinen Mantel drückte die Hände tiefer in meinen Muff und setzte mich auf eine hölzerne Barriere mit der ein Feld umfriedigt war Ich hatte indeß erst die Hälfte des Wegs nach dem Flecken zurückgelegt wohin ich gehen wollte und den ich auf der Anhöhe hinter einem Schleier von Bäumen an dem von den Dächern emporsteigenden Rauche und dem leisen Geräusch erkannte welches durch die tiefe Stille der einsamen Landschaft bis zu mir drang Hinter mir konnte ich noch Thornfield sehen mit seinen grauen Zinnen und seinem majestätischen Gehölz dem Asyle der lärmenden Krähen Thornfield begrenzte den