einigen Tagen ich kann sie zählen ja es war am letzten Montag ziemlich spät Abends ging eine merkwürdige Veränderung mit meinem Kummer vor mein Zorn verwandelte sich in Traurigkeit mein Groll in eine tiefe Entmuthigung Ich war schon längst überzeugt daß nur der Tod Sie meinen thätigen und unermüdlichen Nachforschungen hatte entziehen können Diesen Abend also es konnte elf oder zwölf Uhr sein ehe ich mein nächtliches Lager aufsuchen wollte das mir nach und nach unerträglich geworden war betete ich zu Gott aus dem tiefsten Grunde meines Herzens daß er mich bald zu sich nehmen möchte in jene höhere Welt in der es mir vielleicht vergönnt wäre meine Jane zu finden Ich saß in meinem Zimmer am offenen Fenster die kühle Nachtluft hatte mein stürmisches Blut ein wenig beruhigt und obgleich es mir versagt war den Mond zu sehen so ahnete ich doch seine Gegenwart aus einen matten Schimmer vor meinen Augen In dieser einsamen Stunde dachte ich an Dich meine Jane Ein unnennbares Sehnen nach Dir bemächtigte sich meines Körpers und meines Herzens In meiner Seelenangst und mit der Demuth eines Wurmes der sich zertreten fühlt fragte ich Gott ob ich noch nicht genug Kummer und Qualen erduldet hätte und ob ich nie mehr auf dieser Erde weder Glück noch Frieden finden würde So hart meine Leiden auch waren sah ich doch ein daß ich sie verdient hatte Allein es dünkte mir das Maß derselben müsse bald voll sein der Inbegriff aller Wünsche meines Herzens mein erster und letzter Gedanke entschlüpfte unwillkürlich meinen Lippen und ich rief aus Jane Jane Jane Wie Sie sprachen diese Worte laut aus Ja mein Kind und wer sie gehört hätte würde geglaubt haben ich befände mich in einem Zustande des Fieberwahnsinns so tragisch und ich möchte sagen überirdisch war ihr Ausdruck Und dies war am letzten Montag einige Minuten vor Mitternacht Ja kurz darauf schlug es zwölf Uhr aber die Stunde thut nichts zur Sache Was nun das Ueberraschendste dabei war habe ich Dir noch nicht gesagt und ich wage kaum es auszusprechen weil Du mich des Aberglaubens und einer kindischen Schwäche beschuldigen wirst Doch gleichviel höre was geschah wie es mir wenigstens schien In dem Augenblicke als ich Deinen Namen dreimal gerufen hatte antwortete mir eine Stimme ohne daß ich wußte woher sie kam in deren Klang ich mich unmöglich täuschen konnte Ich komme erwarte mich Und einige Sekunden später vernahm ich obgleich schon nicht mehr so deutlich die Worte Wo bist Du Ich würde mich vergebens bemühen wollte ich Dir beschreiben welchen Eindruck diese Illusion denn eine solche war es auf meine Sinne hervorbrachte Du siehst daß Ferndean auf allen Seiten von dichten Wäldern umgeben ist in denen jeder Ton verhallen muß ohne das leiseste Echo zu erwecken Aber im Gegentheil die letzten Worte Wo bist Du schienen in einer bergigen Gegend ausgesprochen worden zu sein denn ich hörte sie sich wiederholen als wären sie an eine nahe Felsenwand angeprallt Dann spielte der Wind nach und nach immer stärker um meine