er dachte gern hätte ich für ihn gesprochen aber ich hatte nicht den Mut dazu Als er den Kopf einen Augenblick zur Seite wandte sah ich eine Thräne unter seinen geschlossenen Lidern hervorquellen und über seine gebräunte Wange rollen Mein Herz klopfte laut und heftig »Jetzt bin ich nichts besseres als der alte vom Blitzstrahl getroffene Nußbaum im Obstpark von Thornfield-Hall « bemerkte er nach längerem Schweigen »Und welches Recht hätte jener Baumstumpf von einer blühenden Waldwinde zu verlangen daß sie seinen Verfall mit frischem Grün bedecke « »Sie sind kein toter Baumstumpf keine Ruine Sir – kein vom Blitz zerschmetterter Baum Sie sind noch grün und kräftig An Ihren Wurzeln werden Pflanzen emporschießen ob Sie sie nun fragen oder nicht denn sie empfinden Wohlbehagen in Ihrem wohlthätigen Schatten Und wie sie wachsen werden sie sich an Sie lehnen und sich um Sie schlingen weil Ihre Kraft den zarten Schößlingen einen so sicheren Halt gewährt.« Wiederum lächelte er Ich spendete ihm Trost »Du sprichst von Freunden Jane « fragte er »Ja von Freunden « entgegnete ich ein wenig zögernd denn ich war mir wohl bewußt mehr als Freunde im Sinne zu haben Aber ich fand das rechte Wort nicht so schnell Er half mir jedoch »Ach Jane ich sehne mich ja nach einer Gattin.« »Wirklich Sir « »Ja überrascht dich das « »Natürlich Bis jetzt ließen Sie nichts davon verlauten.« »Ist es eine unwillkommene Nachricht für dich « »Das hängt von Umständen ab Sir – oder eigentlich von Ihrer Wahl.« »Die sollst du für mich treffen Jane Von deinem Entschluß will ich alles abhängig machen.« »So wählen Sie die – welche Sie am meisten liebt Sir.« »Wenigstens will ich diejenige wählen – welche ich am meisten liebe Jane willst du mich heiraten « »Ja Sir.« »Einen armen blinden Mann den du an der Hand führen mußt Janet « »Ja Sir.« »Einen Krüppel der zwanzig Jahre älter ist als du den du warten und pflegen mußt « »Ja Sir.« »Wirklich Jane « »Wirklich und wahrhaftig Sir « »O mein Liebling mein Liebling der allmächtige Gott segne dich und belohne dich « »Mr Rochester wenn ich je in meinem Leben eine gute That vollbracht habe – wenn ich einen edlen Gedanken gedacht habe – wenn ich ein reines und aufrichtiges Gebet gebetet habe – wenn ich einen gerechten Wunsch gehegt habe – so bin ich jetzt belohnt Ihre Gattin werden bedeutet für mich so glücklich zu sein wie ich es auf dieser Erde überhaupt werden kann.« »Weil du glücklich bist wenn du Opfer bringen kannst.« »Opfer Was opfere ich denn Ich gebe die Hungersnot für Nahrung hin Erwartung für Zufriedenheit Daß es mir vergönnt ist mit meinen Armen zu umschlingen was ich wert halte – meine Lippen auf das zu drücken was ich liebe – bei dem auszuruhen welchem ich vertraue heißt das ein Opfer bringen Und wenn dem so ist dann bin ich allerdings glücklich Opfer bringen zu können.« »Und meine Gebrechlichkeit zu ertragen Jane meine Mängel zu übersehen « »Für