ich nach Indien gehe gehe ich einem frühzeitigen Tode entgegen Und wie wird die Zeit welche zwischen meinem Abschied von England und meinem Grabe in Indien liegt verfließen O ich weiß es nur zu wohl Auch das liegt klar vor meinem Blicke Wenn ich mich anstrenge bis meine Glieder schmerzen und meine Nerven reißen werde ich St Johns äußerste Erwartungen bis ins kleinste Detail hinein erfüllen Wenn ich mit ihm gehe – wenn ich das Opfer bringe das er verlangt so bringe ich es ganz und gar dann lege ich alles auf den Altar – Herz Lebenskraft dann ist das Opfer vollständig Er würde mich niemals lieben aber er sollte zufrieden mit mir sein Ich würde ihm Kraft und Energie zeigen Hilfsquellen deren Dasein er nicht geahnt Ja ich kann ebenso angestrengt arbeiten wie er und mit ebenso großer Bereitwilligkeit Einwilligung in seine Bitte wäre also möglich – ja Aber da ist ein Punkt – ein furchtbarer Punkt Und dieser ist – daß er verlangt ich solle seine Gattin werden und er hat doch nicht mehr das Gefühl eines Gatten für mich als jener düstere riesige Felsen über welchen der Strom in den Abgrund hinabstürzt Er schätzt mich wie ein Soldat eine gute Waffe wert hält – und das ist alles Nicht mit ihm verheiratet würde das mich niemals bekümmern aber kann ich ihn seine Berechnungen zu Ende führen – ruhig seine Pläne ins Werk setzen lassen und dann durch die Trauungsceremonie mit ihm gehen Kann ich den bräutlichen Ring von ihm entgegennehmen alle Formen der Liebe ertragen welche er ohne Zweifel ebenfalls gewissenhaft beobachten würde – und doch wissen daß der Geist ihm fern Kann ich das Bewußtsein ertragen daß jede Liebkosung welche er mir zu teil werden läßt ein Opfer ist welches er seinen Grundsätzen bringt Nein Ein solches Martyrertum wäre ungeheuerlich Niemals werde ich es auf mich nehmen Als seine Schwester könnte ich ihn begleiten – nicht als seine Gattin Und das will ich ihm sagen.« Ich sah nach dem Hügel hin dort lag er regungslos wie eine gestürzte Säule Sein Antlitz war mir zugewandt Scharf und wachsam ruhten seine Blicke auf mir Er sprang empor und näherte sich mir »Ich bin bereit nach Indien zu gehen – wenn ich frei dorthin gehen kann.« »Deine Antwort bedarf eines Kommentars sie ist nicht klar.« »Bis jetzt sind Sie mein Adoptivbruder gewesen – ich Ihre adoptierte Schwester Fahren wir fort nur das zu sein Es ist besser wenn wir einander nicht heiraten.« Er schüttelte den Kopf »In diesem Falle würde Adoptivgeschwisterschaft den Zweck nicht erfüllen Wärst du meine wirkliche Schwester so läge die Sache anders ich würde dich mit hinausnehmen und kein Weib suchen Wie die Dinge aber liegen so muß unsere Verbindung entweder durch die Heirat geheiligt und besiegelt werden oder sie darf überhaupt nicht bestehen Praktische Einwürfe stellen sich jedem andern Plan entgegen Siehst du das nicht ein Jane Denk nur einen Augenblick nach – deine Vernunft wird dich leiten.« Ich dachte nach Aber dennoch sagte mir