einem der achtbarsten und vornehmsten Bewohner von S dem Enkel und Erben von Sir Frederik Oranby zu verheiraten Gestern machte ihr Vater mir diese Mitteilung.« Seine Schwestern blickten einander dann mich an wir alle drei sahen auf ihn Er war ruhig wie Marmor »Diese Verbindung muß sehr schnell zu stande gekommen sein « sagte Diana »sie können einander doch nur seit kurzer Zeit kennen.« »Seit zwei Monaten Im Oktober lernten sie sich auf dem Grafschaftsball in S kennen Wo sich einer Verbindung indessen keine Hindernisse in den Weg stellen wie in dem gegenwärtigen Falle wo die Heirat in jeder Beziehung eine wünschenswerte erscheint da ist jeder Aufschub unnötig Sie werden sich verheiraten sobald Schloß R welches Sir Frederik ihnen einräumt für ihren Empfang bereit ist.« Als ich St John nach dieser Mitteilung zum erstenmal allein sah war ich in großer Versuchung zu fragen ob diese Begebenheit ihn unglücklich mache Aber er schien der Sympathie so wenig zu bedürfen daß ich weit entfernt davon ihm mein Mitgefühl auszusprechen im Gegenteil einige Beschämung empfand über das was ich ihm bereits einmal bewiesen Außerdem hatte ich auch vollständig die Übung verloren mit ihm zu sprechen seine Zurückhaltung hatte sich von neuem mit einer Eiskruste überzogen und meine Offenherzigkeit war darunter erfroren Er hatte sein Versprechen mich wie seine Schwestern zu behandeln nicht gehalten er machte fortwährend kleine erkaltende Unterscheidungen welche durchaus nicht zur Entwickelung irgend welcher Vertraulichkeit beitrugen kurzum jetzt wo ich seine anerkannte Blutsverwandte war und mit ihm unter einem Dache wohnte fühlte ich daß die Entfernung zwischen uns viel größer war als zu jener Zeit wo er in mir nur die Dorfschullehrerin sah Wenn ich mich daran erinnerte wie weit er mich einst in sein Vertrauen gezogen so konnte ich seine jetzige eisige Zurückhaltung kaum begreifen Und da dies nun der Fall war ich nicht wenig erstaunt als er den Kopf plötzlich von dem Schreibpult über welches er gebeugt saß emporhob und sagte »Sie sehen Jane der Kampf ist zu Ende gekämpft und der Sieg gewonnen.« Erstaunt darüber so plötzlich angeredet zu werden konnte ich nicht augenblicklich antworten Nach kurzem Zögern entgegnete ich »Wissen Sie aber auch bestimmt daß es Ihnen nicht ergeht wie einem jener Eroberer deren Sieg zu teuer erkauft war Würde ein zweiter solcher Triumph nicht Ihr Verderben sein « »Ich glaube nicht Und erginge es mir wirklich so – was bedeutete es denn auch Ich werde niemals in die Lage kommen ein zweites Mal so zu kämpfen Dieser Konflikt hat entschieden Mein Weg liegt jetzt klar vor mir Ich danke Gott dafür « Mit diesen Worten versank er wiederum in Schweigen und wandte sich seinen Papieren zu Als unser gemeinsames Glück d h Dianas Marys und mein eigenes einen ruhigeren Charakter annahm und wir zu unseren alten Gewohnheiten und regelmäßigen Studien zurückkehrten verweilte St John wieder mehr im Hause zuweilen war er sogar stundenlang bei uns im Zimmer Während Mary zeichnete Diana einen Kursus encyklopädistischer Lektüre durchmachte welchen sie zu meinem Staunen und Entsetzen begonnen hatte und