halte es für zweckmäßig mich für den Augenblick so zu nennen aber in Wirklichkeit ist das mein Name nicht und wenn ich ihn höre klingt er meinem Ohr fremd.« »Sie wollen Ihren wahren Namen also nicht nennen « »Nein Was ich am meisten fürchte ist entdeckt zu werden und ich vermeide jede Mitteilung die dazu führen könnte.« »Ich bin überzeugt daß Sie daran ganz recht thun « sagte Diana »Jetzt aber lieber Bruder laß ihr in der That Ruhe.« Als St John jedoch einige Minuten nachgedacht hatte fing er ebenso scharfsinnig und unerschütterlich von neuem an »Sie möchten nicht lange von unserer Gastfreundschaft abhängig sein – ich sehe daß Sie so schnell wie möglich mit dem Mitleid meiner Schwestern abgethan haben möchten und vor allen Dingen mit meiner Barmherzigkeit ich merke den Unterschied welchen Sie hier machen sehr wohl und zürne Ihnen deshalb durchaus nicht – er ist nur gerechtfertigt – Sie möchten gern unabhängig von uns werden « »Gewiß möchte ich das Ich sagte es ja schon Zeigen Sie mir wie ich arbeiten kann oder wie ich Arbeit finden kann das ist alles um was ich jetzt bitte dann lassen Sie mich ziehen und wenn es in die niedrigste Hütte ist – aber bis dahin gestatten Sie mir hier zu bleiben Ich kann nicht noch einmal den Kampf mit den Schrecken der heimatlosen Armut aufnehmen.« »In der That Sie werden hier bleiben « sagte Diana indem sie ihre weiße Hand auf meinen Kopf legte »Sie werden bleiben « wiederholte Mary in dem Ton anspruchsloser Aufrichtigkeit der ihr eigen zu sein schien »Wie Sie sehen macht es meinen Schwestern Freude Sie hier zu behalten « sagte Mr St John »gerade so wie es ihnen Freude bereiten würde einen halberfrorenen Vogel den der winterliche Wind in ihr Fenster getrieben hat zu hegen und zu pflegen Ich allerdings bin mehr geneigt Ihnen die Möglichkeit zu schaffen für sich selbst zu sorgen und ich werde mich auch bemühen das zu thun Aber merken Sie wohl auf meine Sphäre ist eng begrenzt Ich bin nur der Pfründenbesitzer einer armen Landgemeinde meine Hilfe kann daher nur der allerbescheidensten Art sein Wenn Sie also geneigt sind das Wenige gering zu achten so müssen Sie wirksamere Hilfe suchen als ich Ihnen bieten kann.« »Sie hat ja schon gesagt daß sie jede ehrliche Arbeit verrichten will deren sie fähig ist « antwortete Diana für mich »und du weißt St John sie hat keine Wahl sie ist gezwungen mit so rauhen Menschen vorlieb zu nehmen wie du.« »Ich will Schneiderin werden ich will eine einfache Arbeiterin werden eine Magd eine Kinderwärterin wenn sich nichts anderes findet.« antwortete ich »Recht so « sagte Mr St John sehr kalt »Wenn das Ihre Gesinnung ist so verspreche ich Ihnen zu helfen sobald ich Zeit und Mittel finde.« Dann nahm er das Buch wieder auf mit dem er vor dem Thee beschäftigt gewesen Ich zog mich bald zurück denn ich war so lange außerhalb des Bettes gewesen und hatte soviel gesprochen wie es