welcher hier wohnt heißt Mr St John « »Nein er wohnt nicht hier er hält sich hier nur für einige Zeit auf Wenn er zu Hause ist dann ist er in seinem eigenen Hause und das ist der Pfarrhof von Morton.« »Das Dorf einige Meilen von hier « »Ja ja.« »Und was ist er « »Er ist Prediger.« Mir fiel die Antwort der alten Haushälterin im Pfarrhofe ein als ich gebeten hatte mit dem Prediger sprechen zu dürfen »War denn dies das Haus seines Vaters « »Ja ja Der alte Mr Rivers wohnte hier und sein Vater und sein Großvater und sein Urgroßvater vor ihm.« »Der Name dieses Herrn ist also Mr St John Rivers « »Ja ja St John ist so etwas wie sein Taufname.« »Und seine Schwestern heißen Diana und Mary Rivers « »Ja.« »Ihr Vater ist tot « »Vor drei Wochen gestorben Schlagfluß.« »Sie haben keine Mutter « »Die ist schon lange Jahre tot.« »Sind Sie schon lange in der Familie « »Ich bin schon dreißig Jahre hier Hab ja die drei Kinder allein auferzogen.« »Das beweist daß Sie eine treue und ehrliche Dienerin sein müssen Die Gerechtigkeit will ich Ihnen doch widerfahren lassen obgleich Sie mich eine Bettlerin genannt haben.« Wieder sah sie mich ganz erstaunt an »Am Ende glaube ich doch daß ich mich in meinen Gedanken über Sie ein bißchen geirrt habe « sagte sie dann »aber Sie müssen mir doch vergeben denn es gehen ja so viele Betrügerinnen umher daß man gar nicht vorsichtig genug sein kann.« »Und « fuhr ich in ziemlich strengem Ton fort »Sie wollten mich von der Thür fortjagen in einer Nacht wo Sie nicht einmal einen Hund hätten hinausjagen dürfen.« »Na ja Es war hart – aber was kann der Mensch thun Ich dachte ja doch mehr an die Kinderchen als an mich selbst Die armen Dingerchen Für sie sorgt niemand als nur ich Muß ich da nicht so ängstlich sein « Für einige Minuten hüllte ich mich in ernstes Schweigen »Sie dürfen aber nicht allzuschlimm von mir denken « fing sie dann wieder an »Aber ich denke doch schlimm von Ihnen « sagte ich »und ich will Ihnen sagen weshalb Nicht so sehr weil Sie sich weigerten mir Obdach zu geben oder mich für eine Betrügerin hielten sondern weil Sie mir eben noch einen Vorwurf daraus machten daß ich kein Haus und kein »Kupfer« habe Einige der besten Menschen die jemals auf dieser Erde gelebt haben sind ebenso arm gewesen wie ich es bin und wenn Sie eine gute Christin wären dürften Sie Armut nicht für ein Verbrechen halten.« »Nein das dürft ich nicht « sagte sie »Mr St John sagt mir das auch immer und ich sehe ein daß ich Unrecht hatte – aber jetzt meiner Seel denke ich auch anders von Ihnen als früher Sie sehen ja wirklich aus wie eine anständige kleine Person.« »Das ist genug – jetzt vergebe ich Ihnen Geben Sie mir die Hand.« Sie legte die schwielige mehlige Hand in die