aber er achtete auf nichts steif und starr stand er da Er machte keine Bewegung nur meine Hand faßte er noch fester Welch ein starker mächtiger heißer Griff das war – Und wie marmorgleich war seine blasse festgewölbte starke Stirn in diesem Augenblick Wie sein Auge blitzte wie ruhig wie wachsam und doch wie feurig es glänzte Mr Wood schien in diesem Moment nicht zu wissen was er thun solle »Und welcher Art ist dieses von Ihnen erwähnte Hindernis « fragte er endlich »Vielleicht ließe es sich hinwegräumen – erklären – überwinden « »Wohl kaum « lautete die Antwort »Ich habe es unüberwindlich genannt und ich spreche mit Überlegung.« Der Sprecher trat vor und lehnte sich über das Gitter des Altarplatzes Dann fuhr er fort deutlich ruhig ohne inne zu halten aber nicht laut »Es besteht einfach in einer bereits früher geschlossnen Ehe Mr Rochester hat eine Gattin welche noch am Leben ist.« Diese leise und ruhig gesprochenen Worte machten meine Nerven erbeben wie ein Donnerschlag es nicht vermocht hätte zu thun – mein Blut empfand ihre listige Gewalttätigkeit wie es niemals Frost oder Hitze empfunden hatte Aber ich war gefaßt grausam gefaßt und die Gefahr des Ohnmächtigwerdens drohte mir nicht Ich blickte Mr Rochester an – und ich zwang ihn mich anzusehen Sein ganzes Gesicht erschien mir in diesem Augenblick wie ein farbloser Felsen Sein Auge war Funke und Feuerstein zugleich Er leugnete nichts Er sah nur aus als sei er bereit allen Dingen der Erde und des Himmels Trotz zu bieten Er sprach nicht er lächelte nicht er schien in mir kein lebendes Wesen mehr zu erkennen Nun umschlang er meine Taille mit seinem Mannesarm und hielt mich so an seiner Seite fest »Wer seid Ihr « fragte er den Störer »Mein Name ist Briggs – ich bin Advokat in Regentstreet London.« »Und Sie wollen mir eine Gattin imputieren « »Nein Sir ich wollte Sie nur an die Existenz Ihrer Gemahlin erinnern Das Gesetz erkennt Ihre erste Ehe an wenn auch Sie selbst nicht gesonnen scheinen dies zu thun.« »Beglücken Sie mich doch mit einer Beschreibung dieser Dame – mit ihrem Namen – ihrem Herkommen – ihren Verwandten – ihrem Wohnsitz.« »Gewiß Sir ich stehe ganz zu Diensten.« Hier zog Mr Briggs ruhig ein Papier aus seiner Tasche und las mit einer gewissermaßen geschäftsmäßigen und nasalen Stimme folgendes »Ich bestätige und kann beweisen daß am zwanzigsten Oktober anno domini hier folgte eine Jahreszahl die um fünfzehn Jahre zurück datierte Edward Fairfax Rochester von Thornfield-Hall in der Grafschaft – und von Ferndean-Manor in –shire England mit meiner Schwester Bertha Antoinette Mason Tochter von Jonas Mason Kaufmann und seiner Gattin Antoinette einer Kreolin in der Kirche Allerheiligen zu Spanish Town auf Jamaika getraut wurde Das Protokoll über jene Trauung steht in den Kirchenbüchern der genannten Kirche verzeichnet – eine Kopie desselben befindet sich zur Zeit in meinen Händen gez Richard Mason.« »Das mag beweisen – wenn es übrigens ein echtes Dokument ist daß ich einmal verheiratet war aber es beweist