beim Abendessen »Nimm einen Stuhl und leiste mir Gesellschaft Jane wenn es Gott gefällt ist dies die vorletzte Mahlzeit die du auf lange Zeit hinaus in Thornfield einnimmst.« Ich setzte mich an seine Seite sagte aber daß ich nicht essen könne »Ist es weil du eine Reise vor dir hast Jane Ist es der Gedanke daß du London sehen wirst der dir den Appetit raubt « »Heute abend liegen meine Aussichten nicht klar vor mir Sir und ich weiß kaum welche Gedanken mein Hirn durchkreuzen Alles erscheint mir so seltsam so unwahrscheinlich.« »Mit Ausnahme meiner selbst nicht wahr Ich bin doch Wirklichkeit Da berühre mich.« »Sie Sir sind von allem das gespensterhafteste – Sie sind nichts als ein Traum.« Er streckte mir die Hand entgegen und fragte lachend »Ist das ein Traum « Dann hielt er sie mir dicht vor die Augen Er hatte eine wohlgerundete muskulöse kräftige Hand und einen langen starken Arm »Ja wenn ich sie auch berühre – es ist doch ein Traum « sagte ich als ich die Hand beiseite schob »Sir haben Sie Ihre Abendmahlzeit beendet « »Ja Jane.« Ich zog die Glocke und befahl die Speisen abzutragen Als wir wieder allein waren schürte ich das Feuer von neuem und setzte mich dann auf einen niederen Schemel zu den Füßen meines Herrn »Es ist bald Mitternacht « sagte ich »Ja Jane aber du hast doch nicht vergessen daß du mir versprochen hast in der Nacht vor meiner Hochzeit mit mir zu wachen « »Ich erinnere mich dessen wohl und ich werde mein Versprechen halten wenigstens für eine oder zwei Stunden Ich hege nicht den Wunsch schlafen zu gehen.« »Bist du mit allen Vorbereitungen zu Ende « »Mit allen Sir.« »Ich bin es ebenfalls « entgegnete er »ich habe alles geordnet und wir werden Thornfield morgen innerhalb einer Stunde nach unserer Rückkehr aus der Kirche verlassen.« »Ich bin damit einverstanden Sir.« »Mit welchem außerordentlich seltsamen Lächeln begleitetest du die Worte »ich bin damit einverstanden Sir « Welch glühendes Rot bedeckt deine beiden Wangen Und wie deine Augen blitzen Du bist doch wohl « »Ich glaube daß ich es bin.« »Du glaubst Was ist denn geschehen Sag mir doch wie dir ums Herz ist.« »Das könnte ich nicht Sir Worte vermöchten nicht auszudrücken was ich fühle Ich wollte daß die gegenwärtige Stunde nie ein Ende nähme Wer weiß welch furchtbares Schicksal die nächste schon bringen mag.« »Dies ist die reine Hypochondrie Jane Du bist überreizt oder übermüdet.« »Sind Sie denn ruhig und glücklich Sir « »Ruhig – nein aber glücklich – bis in das Innerste meines Herzens.« Ich blickte zu ihm auf um die Zeichen seines Glückes in seinen Zügen zu lesen sie waren erregt und gerötet »Schenk mir dein Vertrauen Jane « sagte er » entlaste dein Gemüt von jeder Bürde die es bedrückt indem du mir alles mitteilst Was fürchtest du – Daß ich kein guter Gatte sein werde « »Der Gedanke liegt mir ferner als alle anderen.« »Fürchtest du dich etwa vor der neuen