heraufkam und einige Schritte vor mir stehen blieb Ich blickte es an Es war ein kleines winziges Ding das einen Schleier von Spinnweben auf dem Kopfe trug Ich winkte ihm näher zu kommen bald stand es auf meinem Schoße Ich sprach nicht zu ihm – es sprach nicht zu mir – in Worten aber ich las in seinen Augen und es las in den meinigen und unser stummes Gespräch lautete ungefähr so »Es sei eine Elfe sagte es und käme aus dem Feenlande es sei gekommen um mich glücklich zu machen aber ich müsse mit ihm aus der gemeinen alltäglichen Welt hinausgehen an einen einsamen Ort – nach dem Monde zum Beispiel – und es zeigte dorthin wo er gerade rot und leuchtend über dem Hügel aufging – und erzählte mir von den alabasternen Höhlen und silbernen Thälern wo wir leben könnten Ich sagte daß ich gern mit ihm gehen würde aber ich erinnerte das zarte Ding daran wie du es gethan daß ich keine Flügel zum Fliegen hätte »O « entgegnete die Elfe »das schadet nicht Hier ist ein Talisman der alle Schwierigkeiten beiseite räumt « und sie hielt mir einen hübschen goldenen Riug vor die Augen »Schiebe ihn an den vierten Finger meiner linken Hand und ich gehöre dir und du gehörst mir und wir werden diese Erde verlassen und uns dort drüben unsern Himmel suchen.« Dann nickte das kleine Ding dem Monde wieder zu »Den Ring Adele trage ich in meiner Brusttasche ich habe ihn in einen Sovereign verwandelt aber ich werde ihn bald wieder entzaubern und einen Ring daraus machen.« »Aber was hat Mademoiselle mit dem allen zu thun Die Elfe kümmert mich nicht Sie haben ja gesagt Sie wollten Mademoiselle nach dem Mond tragen – – – « »Mademoiselle ist ja eine Elfe « sagte er geheimnisvoll flüsternd Darauf sagte ich ihr dies alles sei nur Plauderei und sie solle nicht darauf hören und sie ihrerseits zeigte einen reichen Vorrat von echt französischem Skepticismus indem sie Mr Rochester »un vrai menteur« einen wahren Lügner nannte und ihm sagte sie höre gar nicht auf seine Feengeschichten und daß »du reste il n'y avait pas de fées et quand même il y en avait« sie fest überzeugt sei daß ihm keine erscheinen würden und ihm Ringe schenken und ihm anbieten mit ihm nach dem Mond zu reisen Die Stunde welche wir in Millcote zubrachten war eine ziemlich qualvolle für mich Mr Rochester zwang mich nach einer gewissen Seidenhandlung zu gehen und dort befahl er mir ein halbes Dutzend seidener Kleider zu wählen Ich haßte dieses Geschäft ich bat es noch aufschieben zu dürfen nein – es sollte jetzt abgeschlossen werden Durch meine dringenden ihm ängstlich zugeflüsterten Bitten reduzierte ich das halbe Dutzend auf zwei Stück diese beiden schwor er aber selbst auswählen zu wollen Mit wahrer Todesangst gewahrte ich wie seine Blicke über den bunten Warenvorrat schweiften Auf einem reichen amethystfarbenen Seidenstoff und einem prächtigen rosa Atlas blieben sie haften Wiederum flüsterte ich ihm zu daß er