Liebe für mich hegt wie du – denn der Glaube an deine Liebe Jane ist der heilende wohlthuende Balsam den ich für meine Seele brauche.« Ich drückte meine Lippen auf die Hand welche auf meiner Schulter ruhte Ich liebte ihn sehr – sehr – mehr als ich den Mut hatte ihm zu gestehen – mehr als Worte überhaupt auszudrücken vermochten »Verlange noch etwas anderes von mir « sagte er nach einigen Sekunden »es ist meine Wonne gebeten zu werden und nachzugeben.« Ich hatte meine Bitte schon wieder in Bereitschaft »Teilen Sie Ihre Absichten Mrs Fairfax mit Sir Sie hat mich gestern Abend mit Ihnen in der Halle gesehen und sie war empört Geben Sie ihr irgend eine Erklärung bevor ich genötigt bin wieder mit ihr zusammenzutreffen Es kränkt mich daß eine so gute Frau wie sie ist mich falsch beurteilt.« »Geh auf dein Zimmer und setze deinen Hut auf « entgegnete er »Ich wünsche daß du mich heute Morgen nach Millcote begleitest und während du deine Vorbereitungen für die Fahrt triffst will ich den Verstand der alten Dame aufklären Jane glaubte sie daß du die Welt für deine Liebe hingegeben und daß jetzt alles verloren sei « »Ich glaube sie meinte daß ich sowohl Ihre Stellung wie die meine vergessen hätte Sir.« »Stellung – Stellung – Deine Stellung ist in meinem Herzen und auf dem Nacken derjenigen die dich jetzt oder in Zukunft beleidigen möchten – Geh jetzt.« Ich war bald angekleidet Und als ich hörte daß Mr Rochester Mrs Fairfax Wohnzimmer verließ eilte ich hinunter zu ihr Die alte Dame hatte gerade ihr Morgenkapitel aus der Bibel gelesen – die Epistel für den Tag Die Bibel lag aufgeschlagen vor ihr und die Brille lag zwischen den Blättern Diese ihre Beschäftigung in welcher sie jetzt durch Mr Rochesters Nachricht unterbrochen worden schien jetzt vergessen Ihre Augen welche auf die gegenüberliegende leere Wand geheftet waren drückten das Erstaunen eines stillen Gemüts aus das durch überraschende Nachrichten aus seiner gewohnten Ruhe aufgescheucht worden Als sie mich sah ermannte sie sich sie machte eine leise Anstrengung zu lächeln und stotterte einige beglückwünschende Worte hervor Aber das Lächeln schwand hin der Satz blieb unvollendet Sie setzte die Augengläser wieder auf schloß die Bibel und schob ihren Stuhl vom Tisch zurück »Ich bin so außerordentlich überrascht « begann sie alsdann »ich weiß kaum was ich Ihnen sagen soll Miß Eyre Ich glaube fast geträumt zu haben aber dem ist nicht so nicht wahr Wenn ich hier so allein sitze falle ich manchmal in eine Art Halbschlaf und dann sehe und höre ich allerhand Dinge die gar nicht existieren Mehr als einmal habe ich in meinem Schlummer meinen armen teuren Mann gesehen wie er hereinkam und sich an meine Seite setzte er ist nun schon über fünfzehn Jahre tot und doch habe ich ihn mich bei Namen rufen hören Alice Alice wie er es zu thun pflegte Nun können Sie mir sagen ob es wirklich und wahrhaftig wahr ist daß er Sie gebeten hat ihn zu