würde mein Herr zu sein und das Bewußtsein daß ich selbst ihm nichts sei Aber Mr Rochester besaß in so reichem Maße die Macht glücklich zu machen – so glaubte ich wenigstens – daß es schon ein köstliches Mahl war von den Brosamen zu kosten welche er armen fremden verirrten Vögeln wie mir hinwarf Seine letzten Worte waren Balsam sie schienen anzudeuten daß es ihm nicht gleichgiltig war ob ich ihn vergaß oder nicht Und er hatte von Thornfield wie von meinem Heim gesprochen – ach wenn es doch mein Heim wäre Er verließ die Stiege nicht und ich hatte nicht den Mut ihn zu bitten daß er mich vorüber lasse Ich fragte dann ob er nicht in London gewesen sei »Ja vermutlich hat Ihr »zweites Gesicht« Ihnen das gesagt.« »Mrs Fairfax teilte es mir in einem Briefe mit « »Und hat sie Sie auch von dem Zweck meiner Reise gründlich unterrichtet « »O ja Sir Jedermann kannte diesen Zweck.« »Sie müssen den Wagen ansehen Jane und mir sagen ob Sie nicht der Ansicht sind daß er Mrs Rochester durchaus gefallen wird und ob sie nicht aussehen wird wie eine Königin wenn sie sich in die dunkelroten Polster zurücklehnt Ich wollte nur Jane daß ich äußerlich ein wenig passender für sie wäre Sagen Sie mir nun da Sie doch eine Fee sind können Sie mir nicht ein Zaubermittel oder einen Trunk oder irgend etwas Ähnliches geben das einen schönen Mann aus mir machte « »Dazu reicht keine Zauberkraft aus Sir « und innerlich setzte ich hinzu »Ein liebendes Auge ist aller Zauber dessen es hier bedarf einem solchen wären Sie schön genug vielmehr hat Ihr ernster Blick eine Macht die größer ist als alle Macht der Schönheit.« Mr Rochester hatte meine unausgesprochenen Gedanken oft mit einer Scharfsinnigleit gelesen die mir völlig unbegreiflich war in diesem Falle indessen nahm er von meiner so schnell gesprochenen Entgegnung keine Notiz aber er lächelte mich mit jenem seltsamen Lächeln an das nur ihm allein eigen war und das er nur bei den seltensten Gelegenheiten anwandte Für gewöhnliche Gelegenheiten schien er es für zu gut zu halten es war ein förmlicher Sonnenschein des Gefühls – jetzt ließ er ihn über mich ausstrahlen »Gehen Sie Jane « sagte er indem er mir Platz machte um über den Zauntritt steigen zu können »gehen Sie nach Hause und lassen Sie Ihren kleinen müden wandernden Fuß auf der Schwelle eines Freundes ruhen.« Jetzt blieb mir nichts übrig als ihm schweigend zu gehorchen es war keine Veranlassung zu weiterem Zwiegespräch Ohne ein Wort zu reden stieg ich über den Zauntritt und gedachte ihn dort ruhig zu verlassen Ein Impuls hielt mich zurück – eine unsichtbare Macht hieß mich umwenden Ich sagte – oder irgend etwas in mir sagte ohne mein Wollen »Ich danke Ihnen für Ihre große Güte Mr Rochester Es macht mich so seltsam froh wieder hier und bei Ihnen zu sein und wo Sie sind ist mein Heim – mein einziges Heim.« Und dann ging ich so schnell