ihre Abneigung zeigten In seiner letzten Krankheit ließ er es fortwährend an sein Bett bringen und kaum eine Stunde vor seinem Tode ließ er mich einen heiligen Eid ablegen daß ich das Geschöpf stets erhalten und versorgen wolle Mir wäre es lieber gewesen wenn man mir die Sorge für ein Bettlerkind aus dem Arbeitshause zur Pflicht gemacht hätte aber er war so schwach schwach von Natur John ist seinem Vater durchaus nicht ähnlich – und ich bin froh darüber John ist mir ähnlich und meinen Brüdern – er ist ein ganzer Gibson Ah ich wollte er hörte auf mich mit seinen Bettelbriefen um Geld zu quälen Ich habe nichts mehr das ich ihm geben könnte wir werden arm Ich müßte die Hälfte der Dienstboten fortschicken und einen Teil des Hauses abschließen – oder es ganz vermieten Aber ich kann mich nicht darein finden das zu thun – und doch wie sollen wir sonst weiter leben Zwei Drittel meines Einkommens gehen drauf um die Zinsen der Wucherschulden zu bezahlen John spielt ganz fürchterlich und er verliert immer der arme Junge Er ist von lauter Gaunern und Tagedieben umgeben John ist ganz gesunken und verkommen – er sieht grauenhaft aus – ich schäme mich seiner wenn ich ihn sehe.« Jetzt geriet sie in eine furchtbare Aufregung »Ich glaube es ist besser wenn ich sie jetzt verlasse « sagte ich zu Bessie die an der andern Seite des Bettes stand »Vielleicht wäre es besser Miß aber gegen Abend spricht sie oft in dieser Weise – des Morgens ist sie gewöhnlich viel ruhiger.« Ich erhob mich »Bleib « rief Mrs Reed aus »Ich habe noch etwas anderes zu sagen Er droht mir – er droht mir unaufhörlich mit seinem Tode – oder dem meinen Und zuweilen träumt mir daß ich ihn mit einer großen Wunde im Halse oder mit blutigem entstelltem geschwärztem Gesicht sehe Es ist gar seltsam mit mir gekommen Ich habe schweren grausamen Kummer Was ist aber zu thun Woher soll ich das Geld nehmen « Jetzt versuchte Bessie sie zu überreden daß sie ein Beruhigungsmittel nehme nur mit großer Mühe gelang es ihr Gleich darauf wurde Mrs Reed ruhiger und sank in eine Art von Halbschlaf Dann ließ ich sie allein Mehr als zehn Tage vergingen bevor sich wieder die Gelegenheit zu einem Gespräch mit ihr bot Sie lag entweder im Delirium oder in Lethargie und der Doktor verbot alles was sie schmerzlich erregen könnte Inzwischen stellte ich mich mit Eliza und Georgina so gut es eben gehen wollte Anfangs waren sie in der That sehr kalt Eliza pflegte halbe Tage hindurch dazusitzen und zu nähen zu schreiben oder zu lesen ohne auch nur eine einzige Silbe mit ihrer Schwester oder mir zu sprechen Georgina konnte stundenlang Unsinn mit ihrem Kanarienvogel schwatzen ohne mich auch nur im entferntesten zu beachten Aber ich war entschlossen mir es nicht an Zerstreuung oder Beschäftigung fehlen zu lassen ich hatte meine Zeichen und Malutensilien mitgebracht und diese verschafften mir beides Mit verschiedenen Stiften und einigen