voll Furcht vor mir Welche Stimmung die Erscheinung aber auch zur Schau tragen mochte welche Gesichtszüge sie tragen mochte – sie verfehlte nicht mir an sieben aufeinanderfolgenden Nächten entgegen zu treten sobald ich die Augen zum Schlummer geschlossen hatte Mir war diese stete Wiederkehr eines einzigen Gedankens unheimlich – diese seltsame Wiederkehr des gleichen Bildes beunruhigte mich und ich wurde nervös wenn die Zeit des Schlafengehens näher kam und mit ihr die Vision Die Gesellschaft dieses Kinderphantoms war es gewesen die mich in jener Mondscheinnacht geweckt als ich den Schrei hörte Und am Nachmittage des folgenden Tages kam eine Dienerin mit der Botschaft zu mir daß in Mrs Fairfaxs Zimmer jemand sei der mich zu sprechen wünsche Als ich hinunter kam fand ich einen Mann der auf mich wartete er sah aus wie ein herrschaftlicher Kammerdiener er war in tiefe Trauer gekleidet und der Hut welchen er in der Hand trug war in Krepp gehüllt »Sie werden sich meiner kaum noch erinnern Miß « sagte er indem er sich bei meinem Eintritt erhob »aber mein Name ist Leaven als Sie vor acht oder neun Jahren in Gateshead waren war ich Kutscher bei Mrs Reed ich bin auch jetzt noch in ihren Diensten.« »O Robert Sie sind 's Wie geht es Ihnen Ich erinnere mich Ihrer noch sehr wohl Sie ließen mich ja zuweilen auf Miß Georgines braunem Pony reiten Und wie geht es Bessie Sie sind doch mit Bessie verheiratet « »Ja Miß Meine Frau ist kerngesund Danke für die Nachfrage – vor zwei Monaten hat sie mir wieder ein Kleines geschenkt – wir haben jetzt drei – und Mutter und Kinder gedeihen gut.« »Und ist die Familie im Herrenhause auch gesund Robert « »Es thut mir leid Miß daß ich Ihnen von dort keine besseren Nachrichten bringen kann aber es geht ihnen augenblicklich sehr schlecht – sie haben großen Kummer.« »Ich hoffe daß niemand von ihnen gestorben ist « sagte ich indem ich auf seinen schwarzen Anzug deutete Auch er blickte auf den Krepp an seinem Hute und sagte »Mr John ist gestern vor acht Tagen in seiner Wohnung in London gestorben.« »Mr John « »Ja Miß.« »Und wie trägt seine Mutter es « »Nun sehen Sie Miß Eyre dies ist kein gewöhnliches Unglück er hat ein gar wildes Leben geführt Während der letzten drei Jahre hat er gar sonderbare Dinge getrieben – und sein Tod war fürchterlich.« »Ich hörte von Bessie daß er nicht gut that.« »Nicht gut that Barmherziger Gott Er konnte nichts Schlimmeres thun Er hat seine Gesundheit und seine Güter zu Grunde gerichtet in Gesellschaft der schlechtesten Männer und der schlimmsten Weiber Er geriet in Schulden und – ins Gefängnis Zweimal hat seine Mutter ihm heraus geholfen aber kaum war er frei als er auch schon zu seinen alten Kumpanen und alten Gewohnheiten zurückkehrte Sein Kopf war niemals stark Sie wissen das wohl Miß und die Schurken unter welchen er lebte betrogen und foppten ihn in der unerhörtesten Weise Vor ungefähr drei Wochen kam er