er eine brennende Kerze »Ich bedarf Ihrer « sagte er »kommen Sie mit mir aber lassen Sie sich Zeit und machen Sie keinen Lärm.« Meine Schuhe waren dünn und leicht Ich schlich über die mit Teppichen belegten Dielen so leise wie eine Katze Er ging durch die Galerie die Treppe hinauf und hielt in dem niedrigen düsteren Korridor des verhängnisvollen dritten Stockwerks inne Ich war ihm gefolgt und stand an seiner Seite »Haben Sie einen Schwamm in Ihrem Zimmer « fragte er im Flüsterton »Ja Sir.« »Haben Sie auch irgend ein Salz – Riechsalz « »Gewiß.« »Gehen Sie zurück und holen Sie beides.« Ich ging zurück suchte den Schwamm auf dem Waschtisch das Riechsalz in meiner Kommode und schlich noch einmal auf demselben Wege zurück Er wartete noch auf mich in der Hand hielt er einen Schlüssel indem er sich einer der kleinen schwarzen Thüren näherte steckte er ihn in das Schloß derselben dann hielt er inne und sprach wiederum zu mir gewendet »Wird Ihnen unwohl beim Anblick von Blut « »Ich glaube kaum Ich war noch niemals in der Lage.« Ein Schaudern überlief mich als ich ihm diese Antwort gab aber es war weder Kälte noch Schwindel »Dann geben Sie mir Ihre Hand « sagte er »es ist doch besser es nicht auf einen Ohnmachtsanfall ankommen zu lassen.« Ich legte meine Hand in die seine »Sie ist warm und zittert nicht « bemerkte er Dann drehte er den Schlüssel im Schloß um und öffnete die Thür Vor mir sah ich ein Zimmer das ich schon einmal gesehen zu haben mich erinnerte – an jenem Tage als Mrs Fairfax mir das ganze Haus zeigte Es war mit schweren Gobelins behängt In diesem Augenblick waren die Gobelins indessen an einer Stelle in die Höhe genommen und dadurch war eine Thür sichtbar geworden welche früher verborgen gewesen Diese Thür war geöffnet ein Lichtstrahl drang aus dem innern Zimmer Von dort kam ein schnappender knurrender Ton der fast wie das Knurren eines Hundes klang Indem Mr Rochester die Kerze auf den Tisch setzte sagte er zu mir »Warten Sie einen Augenblick« und ging dann in das innere Gemach Ein grelles Lachen begrüßte ihn bei seinem Eintritt zuerst war es lärmend und tobend aber es endete in Grace Pooles eigenartigem gnomenhaften Ha Ha Ha Sie war also da Er traf irgend ein Arrangement ohne zu sprechen obgleich ich eine leise Stimme vernahm die ihn anredete Dann kam er heraus und schloß die Thür hinter sich »Hier Jane « sagte er und ich trat an die andere Seite eines großen Bettes welches mit seinen faltenreichen Vorhängen einen großen Teil des Zimmers einnahm Am Kopfende des Bettes stand ein Lehnstuhl in diesem saß ein Mann welcher bis auf den Rock vollständig angekleidet war er lag fast bewegungslos da sein Kopf war zurückgesunken die Augen waren geschlossen Mr Rochester hielt das brennende Licht über ihn In dem bleichen und anscheinend leblosen Gesichte erkannte ich den Fremden Mr Mason wieder Ich sah auch daß sein Hemd an der