Thür zu in der festen Erwartung ihn eintreten zu sehen Die Thür blieb geschlossen nur Dunkelheit blickte ins Fenster Und doch war es noch nicht spät oft schickte er erst um sieben acht Uhr um mich holen zu lassen und jetzt war es erst sechs Uhr Heute Abend konnte er mich doch nicht umsonst hoffen lassen heute wo ich ihm so viel zu sagen hatte Ich beabsichtigte noch einmal das Gespräch auf Grace Poole zu lenken um zu hören was er mir antworten würde ich wollte ihn fragen ob er wirklich glaube daß sie den schändlichen Mordversuch von gestern Abend begangen und wenn es der Fall weshalb er dann ein Geheimnis aus ihrer Schlechtigkeit mache Es sollte mich wenig kümmern ob meine Neugierde ihn ärgerte ich kannte das Vergnügen ihn abwechselnd zu reizen und wieder zu besänftigen es war eins an dem ich besondere Freude fand und ein sicherer Instinkt bewahrte mich stets davor zu weit zu gehen über die Grenze des Reizens ging ich niemals hinaus aber ich liebte es meine Geschicklichkeit auf der äußersten Grenze zu prüfen Indem ich selbst die kleine Förmlichkeit der Hochachtung jede Pflicht meines Standes beobachtete konnte ich mich doch ohne unbehaglichen Zwang ohne Furcht mit ihm auf Argumente einlassen und dies unterhielt sowohl ihn wie mich Endlich knarrte die Treppe unter Fußtritten Leah trat ein aber es war nur um mir anzuzeigen daß der Thee in Mrs Fairfaxs Zimmer bereitet sei Dorthin begab ich mich froh überhaupt hinuntergehen zu können denn ich bildete mir ein daß dies mich wenigstens Mr Rochesters Person etwas näher brächte »Sie müssen nach Ihrem Thee Verlangen tragen « sagte die gute Dame als ich zu ihr ins Zimmer kam »Sie haben heute Mittag so wenig gegessen Ich fürchte « fuhr sie fort »daß Sie heute nicht ganz wohl sind Sie sehen fieberhaft und erhitzt aus.« »O ich bin durchaus wohl ich habe mich niemals wohler gefühlt.« »Dann beweisen Sie es mir indem Sie einen guten Appetit zeigen wollen Sie die Theekanne anfüllen während ich diese Nadel abstricke « Als sie mit ihrer Arbeit zu Ende war erhob sie sich um den Vorhang herabzulassen der bis jetzt aufgezogen gewesen wahrscheinlich um noch das letzte Tageslicht für die Strickerei benützen zu können Jetzt ging die Dämmerung in vollständige Dunkelheit über »Es ist ein schöner Abend « sagte sie indem sie einen Blick durch die Scheiben warf »wenn es auch nicht gerade sternenklar ist Im Ganzen hat Mr Rochester einen sehr schönen Tag für seine Reise gehabt.« »Reise – Ist Mr Rochester verreist Ich wußte nicht einmal daß er nicht im Hause sei.« »Ah er ist gleich nach dem Frühstück aufgebrochen er ist nach Leas der Besitzung von Mr Eshton die zehn Meilen jenseits Millcote liegt Ich glaube es ist dort eine große Gesellschaft versammelt Lord Ingram Sir John Lynn Oberst Dent und noch viele andere.« »Erwarten Sie ihn heute Abend noch zurück « »Nein Und morgen auch noch nicht Ich halte es für sehr wahrscheinlich daß er eine Woche und