der trübe Schatten schien von seiner Stirn zu schwinden »Ah ich hatte Celine vergessen Also um wieder auf die Sache zurückzukommen als ich meine Zauberin so von einem Kavalier begleitet ins Zimmer treten sah war mir 's als vernähme ich ein Zischen und die grünäugige Schlange der Eifersucht ringelte sich in unzähligen Windungen von dem mondbeschienenen Balkon empor kroch in meine Weste und hatte in zwei Minuten den Weg bis in das Innerste meines Herzens gefunden Seltsam « Wieder brach er ab »Seltsam daß ich Sie zur Vertrauten all dieser Dinge wählen mußte junge Dame und noch viel seltsamer daß Sie mir so ruhig zuhören als wäre es die natürlichste und gewöhnlichste Sache der Welt daß ein Mann einem zarten unerfahrenen Mädchen wie Sie es sind die Geschichten seiner Geliebten einer Tänzerin erzählt Aber diese letzte Sonderbarkeit erklärt die erste wie ich schon einmal andeutete Sie mit Ihrem Ernst Ihrer Überlegung und Vorsicht sind geschaffen um die Großsiegelbewahrerin von Geheimnissen zu sein Und außerdem weiß ich welcher Beschaffenheit das Gemüt ist das ich gewissermaßen mit dem meinigen in Rapport gesetzt habe ich weiß daß es eines ist welches für keine Ansteckung empfänglich ist es ist ein seltsames Gemüt – es ist ein einziges Gemüt Glücklicherweise habe ich nicht die Absicht ihm Schaden zuzufügen aber selbst wenn ich sie hegte so würde es sich von mir nicht schaden lassen Je mehr Sie und ich miteinander sprechen desto besser denn während ich Ihre Seele nicht trüben kann besitzen Sie die Fähigkeit die meine zu erfrischen « Nach dieser Abschwenkung fuhr er wieder fort »Ich blieb auf dem Balkon Ohne Zweifel werden sie in ihr Boudoir kommen « dachte ich »ich werde einen Hinterhalt vorbereiten.« Dann schob ich meine Hand leise durch das geöffnete Fenster zog den Vorhang vor dasselbe und ließ nur eine kleine Spalte offen durch welche ich meine Beobachtungen machen konnte dann schloß ich das Fenster bis auf eine schmale Ritze die grade weit genug war um die geflüsterten Schwüre eines Liebhabers herausdringen zu lassen dann stahl ich mich zurück auf meinen Stuhl und kaum hatte ich denselben eingenommen als das Paar eintrat Schnell war mein Auge an der Öffnung Celine 's Kammerjungfer trat ein zündete eine Lampe an stellte dieselbe auf den Tisch und entfernte sich wieder So konnte ich das Paar also deutlich sehen Beide legten ihre Mäntel ab und da stand sie die Varens strahlend in Atlas und Juwelen – meine Geschenke natürlich – und da stand auch ihr Begleiter in der Uniform eines Offiziers Ich erkannte in ihm einen jungen Roué von einem Vicomte – ein gehirnarmer lasterhafter Jüngling den ich zuweilen in der Gesellschaft getroffen hatte und den ich niemals geglaubt hatte hassen zu müssen weil ich ihn so gründlich verachtete Als ich ihn erkannte war der Stachel der Schlange »Eifersucht« augenblicklich gebrochen denn in demselben Augenblick sank meine Liebe für Celine unter den Gefrierpunkt Es war nicht der Mühe wert um ein Weib zu kämpfen das mich um eines solchen Rivalen willen verraten konnte