sei Allein geblieben trat ich ans Fenster aber man konnte nichts mehr sehen die Dämmerung und das Schneegestöber verdunkelten die Luft und verbargen sogar das Gebüsch auf dem Wiesenplan vor dem Hause Ich zog die Vorhänge zusammen und setzte mich wieder an das Feuer Aus der leichten Asche versuchte ich ein Bild zu erkennen welches große Ähnlichkeit mit einer Ansicht des Heidelberger Schlosses am Neckar hatte Da trat Mrs Fairfax ein Damit fiel das feurige Mosaik zusammen mit dem ich mich beschäftigt hatte und zugleich zerstoben auch einige trübe schwere unwillkommene Gedanken die angefangen hatten meine friedliche Einsamkeit zu stören »Es würde Mr Rochester sehr angenehm sein wenn Sie und Ihre Schülerin heute Abend den Thee mit ihm im Salon einnehmen wollten « sagte sie »er ist während des ganzen Tages so sehr beschäftigt gewesen daß er bis jetzt keine Zeit gehabt Sie aufzusuchen.« »Um welche Zeit nimmt er den Thee « fragte ich »O um sechs Uhr Auf dem Lande hält er sich an frühe Stunden Es wäre am besten wenn Sie jetzt schon gingen um Ihre Toilette zu wechseln Ich werde mit Ihnen gehen um Ihnen zu helfen Hier ist eine Kerze.« »Ist es denn durchaus notwendig meine Kleidung zu wechseln « »Ja es ist besser wenn Sie es thun Ich mache stets Toilette für den Abend wenn Mr Rochester hier ist.« Diese Ceremonie erschien mir ein wenig pomphaft Indessen begab ich mich auf mein Zimmer und mit Mrs Fairfaxs Hilfe tauschte ich mein schwarzes wollenes Kleid gegen ein seidenes von gleicher Farbe es war das beste und nebenbei auch das einzige welches ich besaß mit Ausnahme eines hellgrauen welches nach meinen Toilettenbegriffen die ich aus Lowood mitgebracht zu prächtig und elegant war um es bei anderen als höchst feierlichen Gelegenheiten zu tragen »Sie brauchen noch eine Brosche « sagte Mrs Fairfax Ich besaß einen einzigen kleinen Schmuckgegenstand aus echten Perlen welchen Miß Temple mir beim Abschied als Andenken geschenkt hatte diesen legte ich an und dann gingen wir hinunter Ich war nicht an den Verkehr mit Fremden gewöhnt und daher war es fast eine schwere Prüfung für mich so förmlich aufgefordert vor Mr Rochester zu erscheinen Ich ließ Mrs Fairfax zuerst in das Speisezimmer eintreten und hielt mich in ihrem Schatten als wir dieses Gemach durchschritten Dann gingen wir unter dem Bogen durch dessen Vorhänge jetzt herabgelassen waren und traten in die elegante Vertiefung welche sich hinter demselben befand Zwei Wachskerzen brannten auf dem Tische und zwei auf dem Kamin in der Hitze und dem Licht eines prächtig lodernden Feuers lag Pilot – neben ihm kniete Adele Halb zurückgelehnt auf einem Ruhebett lag Mr Rochester sein Fuß war durch ein Polster gestützt er blickte auf Adele und den Hund der Schein des Feuers fiel voll auf sein Gesicht Ich erkannte sofort den Reiter mit der hohen Stirn und den dichten kohlschwarzen Augenbrauen wieder das schwarze Haar ließ die Stirn noch weißer erscheinen Ich erkannte seine scharf geschnittene Nase wieder die mehr charakteristisch als schön war seine vollen