zum Treppengeländer um Mister Rochester wenn auch nur im Fluge zu sehen dann ersann sie wieder einen Vorwand um den anderen um hinunter ins Bihliothekszimmer gehen zu können wo sie eigentlich wie ich wohl wußte nichts zu thun hatte und als ich sie über ihr Herumlaufen etwas böse endlich einmal stillsitzen hieß sprach sie unaufhörlich von ihrem 'ami Monsieur Eduard Fairfax de Rochester wie sie ihn nannte seinen vollen Titel hatte ich noch nie gehört und erschöpfte sich in Muthmaßungen was für Geschenke er ihr wohl mitgebracht hätte Allem Anscheine nach hatte er am Abend zuvor erwähnt unter seinem Gepäcke wenn es von Millcote käme befände sich auch eine gewisse kleine Schachtel für deren Inhalt sie sich sehr interessirte Und daraus schließe ich sagte sie französisch daß diese Schachtel ein Geschenk für mich und wahrscheinlich auch eines fur Sie enthält Monsieur hat von Ihnen gesprochen er hat mich um den Namen meiner Erzieherin gefragt und ob es nicht eine kleine hagere etwas blasse Person wäre Ich bejahte es denn es ist so nicht wahr Mademoiselle Wie gewöhnlich mittagmahlte ich mit meinem Zöglinge in Mistreß Fairfax Wohnstube der Nachmittag war rauh voll Schneegestöber und wir brachten ihn im Schulzimmer zu Als es finster geworden war erlaubte ich Adelen ihre Bücher und ihre Arbeit beiseite zu legen und hinabzugehen denn aus der verhältnißmäßigen Stille im unteren Stockwerke schloß ich Mister Rochester sei nun allein und habe Zeit Nachdem mich das Kind verlassen hatte trat ich zum Fenster doch ich konnte nichts sehen denn die eingebrochene Dämmerung und der dichte Schneefall verfinsterten die Luft und machten sogar das Gesträuch des Grasplatzes unsichtbar Ich ließ den Vorhang herunter und ging zum Camine zurück In die helle Kohlenglut blickend dachte ich eine Ansicht des Heidelberger Schlosses zu sehen wie man es mir einmal auf einem Bilde gezeigt hatte als Mistreß Fairfax in die Stube trat und sowohl die feurige Vision als auch einige trübe Gedanken verscheuchte die eben in meinem Inneren aufzusteigen begannen Mister Rochester läßt um das Vergnügen Ihrer und Adelen 's Gegenwart beim Thee im Gesellschaftszimmer bitten sagte sie er war den ganzen Vormittag so sehr beschäftigt daß er Sie nicht früher darum ersuchen konnte Um welche Stunde pflegt er Thee zu nehmen frug ich Um sechs Uhr auf dem Lande thut er alle Mahlzeiten sehr zeitlich ab Sie werden wohl thun sich jetzt umzukleiden Ich will mit Ihnen gehen und Ihnen das Kleid zumachen Hier ist eine Kerze Ist 's denn nöthig ein anderes Kleid anzuziehen Freilich es ist immer besser ich wenigstens ziehe mich für den Abend immer um wenn Mister Rochester hier ist Die überflüssige Ceremonie roch etwas nach Steifheit doch ging ich in meine Stube und vertauschte mit Mistreß Fairfax's Hilfe mein schwarzwollenes Kleid mit einem schwarzseidenen nächst einem lichtgrauen Anzuge der aber nach meinen Lowooder Toilettebegriffen viel zu schön war um bei anderen als den allerfeierlichsten Gelegenheiten getragen zu werden das beste Stück meiner Garderobe Sie müssen eine Broche vorstecken bemerkte Mistreß Fairfax Ich besaß bloß eine kleine