und konnte in die Nester sehen Ueber die Zinne gelehnt und hinunterblickend übersah ich das Gefilde wie auf einer vor mir ausgebreiteten Landkarte die frische grünsammtene Graseinfassung um das graue Gebäude herum das weit ausgedehnte hin und wieder mit altem Gehölz bewachsene Feld den gelbbraunen dürren Wald durchschnitten von einem sichtlich verwachsenen Pfade grüner in seinem Moosüberzuge als die Bäume in ihrem herbstlichen Laubschmuck die Kirche an dem Gitterthor die Straße die stillen Hügel alles von den Strahlen der Herbstsonne beschienen unter einem azurnen hin und wieder mit perlengleichen Wölkchen gesprenkelten Himmel Der Anblick bot nichts Besonderes war aber ungemein anziehend Als ich mich weggewendet hatte und durch die Fallthür wieder hinabgestiegen war sah ich kaum meinen Weg die Leiter hinunter im Vergleiche mit der blauen Himmelswölbung und der von der Sonne erleuchteten Landschaft kam mir der Boden wie ein finsterer Keller vor Mistreß Fairfax blieb eine Weile zurück um die Fallthür zu schließen im Herumtappen fand ich den Ausgang und stieg die schmale Bodentreppe hinunter Im anstoßenden langen Gange blieb ich stehen er schied die Frontzimmer des dritten Stockwerkes von den Hinterstuben war eng niedrig dunkel nur von einem Fenster am äußersten Ende erhellt und sah aus wie irgend ein Corridor in Blaubart 's Schlosse Während ich langsam weiterschritt schlug ein Laut den ich hier am wenigsten zu hören erwartete eine laute Lache an mein Ohr Es war ein sonderbares helles erzwungenes nichts weniger als lustiges Lachen Ich blieb stehen nur für einen Augenblick verstummte der Ton und ließ sich noch einmal und zwar viel lauter hören denn zum erstenmale klang er wenn auch deutlich dennoch ziemlich leise Ein schallendes Gewieher machte den Beschluß und schien das Echo in all den einsamen Stuben zu wecken wiewohl es nur aus einer einzigen kam deren Thür ich hätte ganz genau bezeichnen können Mistreß Fairfax rief ich denn ich hörte sie jetzt die Haupttreppe hinuntergehen Haben Sie das laute Lachen gehört Wer mag das sein Wahrscheinlich irgend ein Dienstmädchen vielleicht Grace Poole Haben Sie es gehört frug ich nochmals Ja wohl ganz genau ich höre sie oft sie näht hier in einem der Zimmer Zuweilen ist Leah bei ihr dann machen sie einen gehörigen Lärm zusammen Das Lachen erscholl abermals leise eintönig und endigte mit einem sonderbaren Gemurmel Grace rief Mistreß Fairfax Ich erwartete wirklich keine Antwort von einem menschlichen Wesen denn das Lachen klang so tragisch so übernatürlich wie ich noch nie eines gehört hatte und wäre es nicht am hellen Mittag gewesen hätte irgend ein geisterhafter Umstand den Schall begleitet und wäre nicht sowohl Umgebung als Zeit jeder Furcht entgegengestanden hätte mich wirklich eine abergläubische Angst befallen Indessen zeigte der weitere Verfolg wie albern selbst meine Verwunderung war Die nächste Thür ging auf und eine Dienstmagd kam heraus ein Frauenzimmer von dreißig bis vierzig Jahren breitschulterig rothhaarig von groben garstigen Gesichtszügen es wäre kaum möglich gewesen sich eine weniger romantische weniger geisterhafte Erscheinung vorzustellen Keinen solchen Lärm Grace sagte Mistreß Fairfax Erinnere Dich der Hausordnung Grace machte eine stille Verbeugung