und ist bequem genug Alles das hat mich zur Dankbarkeit nicht zum Trübsinn gestimmt und ich bin keine jener Thörinnen die den Mangel eines Sophas eines Teppichs oder des Silbergeräthes schmerzlich empfinden Noch vor wenigen Wochen hatte ich übrigens gar nichts und pilgerte als Bettlerin und Heimatlose herum nun habe ich Verdienst eine Wohnung und gute Freunde und fühle mich der Güte Gottes und der Großmuth der letzteren zum innigsten Danke verpflichtet Ich denke nicht daran mein Los zu beklagen Aber die Einsamkeit ist für Sie eine Last und Ihr kleines Häuschen ist finster und leer Ich habe wirklich noch nicht Zeit gefunden über meine Lage ruhig nachzudenken am wenigsten aber mich meines Alleinseins wegen unglücklich zu fühlen Ganz gut Ich hoffe daß Sie die Zufriedenheit die Sie zu erkennen geben auch wirklich fühlen Was Sie zurückließen bevor Sie zu uns kamen das weiß ich nicht allein ich rathe Ihnen freundschaftlich durchaus nicht in die Vergangenheit zu blicken und Ihre gegenwärtige Laufbahn wenigstens durch einige Monate festen Schrittes zu verfolgen Es ist eine harte Arbeit fuhr St John fort seine Neigungen im Zaume zu halten und den natürlichen Anlagen eine entgegengesetzte Richtung zu geben aber daß es möglich ist weiß ich aus eigener Erfahrung Gott hat uns in einem gewissen Maße die Macht ertheilt uns unser Schicksal selbst zu bestimmen und wenn uns unsere Kräfte verlassen wenn unser Wille den Versuch macht einen anderen Pfad einzuschlagen als denjenigen den wir zu gehen beschlossen dürfen wir weder ohnmächtig zusammenbrechen noch in unzeitiger Verzweiflung stehen bleiben Noch vor einem Jahre fühlte ich mich unaussprechlich elend weil ich durch die Wahl des geistlichen Standes einen Mißgriff gethan zu haben dachte Die Erfüllung der einförmigen Pflichten eines Seelsorgers langweilten mich unaussprechlich und ich sehnte mich nach dem thätigeren Treiben der Welt nach den aufregenderen Arbeiten der literarischen Laufbahn nach dem Berufe eines Künstlers Schriftstellers oder Redners kurz nach allem anderen als dem bescheidenen Wirken eines Priesters und mein Leben kam mir so trostlos vor daß ich es entweder ändern mußte oder den sicheren Tod vor Augen sah Nach einem Zeitraume der Finsterniß und des Kampfes brach das Licht hervor und die Hilfe nahte mein Geist vernahm einen Ruf vom Himmel sich zu erheben seine gesammte Kraft zusammenzuraffen seine Schwingen auszuspannen und zur Unendlichkeit empor zu steigen Gott hatte eine Sendung für mich bereit zu deren Vollführung Geschicklichkeit und Kraft Muth und Beredtsamkeit erforderlich sind die Sendung eines Missionärs Und ein solcher beschloß ich zu werden Von diesem Augenblicke an änderte sich der Zustand meiner Seele die Fesseln fielen von allen Kräften meines Geistes ab und hinterließen kein anderes Zeichen der Knechtschaft als jene Wundmale die nur die Zeit heilen kann Noch habe ich einige Geschäfte zu ordnen für meinen Posten einen Nachfolger zu finden vielleicht mit dem oder jenem Gefühle einen Kampf zu bestehen aus dem ich ich bin dessen gewiß als Sieger hervorgehe weil ich es mir zugeschworen daß ich siegen will und ich verlasse sofort Europa um nach dem Osten zu wandern