nicht liebe Jane Sie sehen ganz angegriffen aus Soll ich das Ende auf einen anderen Tag ersparen Nein Sir fahren Sie nur fort Ich bedauere Sie ich bedauere Sie von ganzem Herzen Im Munde gewisser Leute wird das Bedauern zu einer Beleidigung und man hat vollkommen recht es in das Antlitz des Beleidigers zurückzuschleudern allein es ist dies jenes Mitleid das harten selbstsüchtigen Herzen eigen ist eine Art kühlen egoistischen Schmerzes bei Anhörung der Schilderung fremder Leiden zu dem sich noch eine gewisse blödsinnige Verachtung derjenigen hinzugesellt die solche Schmerzen erlitten haben Ein solches Bedauern Jane ist Ihnen fremd das Gefühl das in diesem Augenblicke Ihr Herz erfüllt und sich in Ihrem Gesichte abspiegelt das Ihre Augen übergehen macht ist ich weiß es wohl ein ganz anderes Ihr Mitleid meine geliebte Seele ist die schmerzhafte Mutter der Liebe sein Weh der Geburtsschmerz dieser göttlichen Leidenschaft Ich nehme es an Jane und lassen Sie auch die Tochter frei herankommen meine Arme sind bereit sie zu empfangen Um wieder auf Ihre Erzählung zurückzukommen was thaten Sie als Sie entdeckten Ihre Gattin sei wahnsinnig Ich stand am Rande der Verzweiflung ein Überrest von Selbstachtung war die einzige Scheidewand die mich von dem Abgrunde trennte In den Augen der Welt erschien ich ohne Zweifel mit unendlicher Schmach beladen doch vor mir selbst wollte ich rein dastehen ich beschloß daher der ferneren Berührung mit ihren Lastern aus dem Wege zu gehen und jeder Zusammenkunft mit ihr auszuweichen Dennoch verband die Welt meinen Namen und meine Person mit der ihrigen dennoch mußte ich sie täglich sehen und hören dieselbe Luft die sie mit ihrem Hauche verpestete einathmen Doch mehr als dies alles drückte mich der Gedanke nieder daß ich ungeachtet dessen ihr Gatte blieb daß ich so lange sie lebte nie daran denken durfte ein braves edles Weib an mein Herz zu drücken und obwohl sie um fünf Jahre älter war mein Vater und ihre Angehörigen hatten mich sogar in Betreff Ihres Alters belogen so hatte es doch allen Anschein daß sie mindestens so lange als ich leben würde da ihr Körper ebenso stark als ihr Geist schwach war Und so mußte ich mit sechsundzwanzig Jahren auf alle Hoffnungen Verzicht leisten In einer Nacht hatte mich ihr Geheul geweckt Seitdem sie die Aerzte für wahnsinnig erklärt hatten war sie natürlich in einem besonderen Gemache eingeschlossen Es war eine jener glühendheißen Nächte wie sie unter jenem Himmelsstriche den Orkanen vorauszugehen pflegen Ich konnte es im Bette nicht aushalten stand auf und öffnete das Fenster Die Luft roch nach flüssigem Schwefel und an eine Abkühlung war nicht zu denken Schwärme von Mosquitos drangen in die Stube und summten an den Wänden herum Die See die ich von meinem Zimmer aus sehen und hören konnte rollte wie ein fernes Erdbeben schwarze Wolken thürmten sich ringsum auf der Mond ging einer glühenden Bombe vergleichbar in den Wellen unter und warf einen letzten blutrothen Schimmer über die im tobenden Unwetter erzitternde Erde Der ganze Anblick und die drückende Luft übten auf