Willst Du diese Jungfrau zu Deinem rechtmäßigen Weibe nehmen als eine deutliche Stimme ganz in der Nähe ausrief Die Trauung kann nicht vor sich gehen Ich erkläre hiermit das Vorhandensein eines Ehehindernisses Der Geistliche sah den Sprecher an und verstummte der Notar desgleichen Mister Rochester erzitterte leise als hätte ein Erdbeben den Boden unter seinen Füßen zum Wanken gebracht doch alsbald faßte er sich und gebot ohne sich umzusehen mit fester Stimme Fahren Sie fort Eine tiefe Stille trat nach diesen Worten ein worauf sich der Geistliche Mister Wood vernehmen ließ Ich kann nicht fortfahren ohne die eben ausgesprochene Behauptung näher zu untersuchen Die Ceremonie hat ein Ende versetzte dieselbe Stimme hinter uns Ich bin im Stande das Vorhandensein eines unübersteiglichen Hindernisses darzuthun Mister Rochester hörte aber beachtete diese Rede nicht Steif und regungslos stand er da die einzige Bewegung die er machte bestand darin daß er meine Hand erfaßte Wie brannte sein Händedruck wie sah seine breite Stirn so alabasterweiß aus Wie ruhig wie forschend und bei alledem wie wild waren seine Blicke Mister Wood war verlegen Von welcher Art ist dieses Hinderniß frug er Vielleicht läßt es sich beseitigen Kaum lautete die Antwort ich nannte es unübersteiglich und ich weiß was ich sage Der Fremde trat vor lehnte sich ans Altargeländer und sagte die nachstehenden Worte mit ruhiger deutlicher doch halblauter Stimme Das Hinderniß besteht einfach in dem Vorhandensein einer früheren Ehe und Mister Rochester 's Gemahlin ist noch am Leben Meine Nerven erzitterten bei diesen leise gesprochenen Worten wie sie noch nie bei dem lautesten Donnerschlage gezittert hatten mein Blut erstarrte wie noch nie im heftigen Froste allein ich war gefaßt und brauchte keine Ohnmacht zu fürchten Ich sah Mister Rochester an er wandte sein Gesicht zu mir es war kalt und regungslos wie Marmor und sein Auge gläsern Er widersprach nicht er schien allem Trotz bieten zu wollen Ohne zu sprechen ohne eine Miene zu verziehen augenscheinlich ohne mich für ein menschliches Wesen anzusehen umschloß er mich mit dem einen Arme und drückte mich fester an sich Wer sind Sie frug er den Eindringling Mein Name ist Briggs ich bin ein Londoner Sachwalter Und Sie möchten mir gerne ein Weib aufschwatzen Ich wollte Sie bloß an das Vorhandensein Ihrer Gemahlin erinnern Sir die das Gesetz anerkennt wenn auch Sie es nicht thun Erfreuen Sie mich mit näheren Angaben über ihren Namen ihre Verwandten ihren Aufenthaltsort Mit Vergnügen Mister Briggs zog ganz ruhig ein Papier aus der Tasche dessen Inhalt er mit näselnder Advocatenstimme verlas Ich behaupte und kann den Beweis führen daß am 20 October des Jahres Eduard Fairfax Rochester von Thornfieldhall in der Grafschaft und von Ferndean Manor in shire in England mit meiner Schwester Bertha Antoinette Mason Tochter Jonas Mason 's Kaufmanns und seiner Frau Antoinette in der kirche zu Spanish-Town in Jamaica vermählt wurde Der Trauschein ist in jener Kirche hinterlegt und eine Abschrift hiervon in meinem Besitze Gezeichnet Richard Mason Dies mag beweisen falls die Urkunde echt ist daß ich verheiratet war