ob Sie sich behaglich fühlen und ob Sie nicht fürchten daß wir Beide fehlen ich weil ich Sie zurückhalte und Sie weil Sie bei mir bleiben Nein Sir ich bin ruhig Nun gut Jane und jetzt rufen Sie Ihre Phantasie zu Hilfe Stellen Sie sich vor Sie wären kein sittsames wohlerzogenes Mädchen sondern ein wilder von Jugend auf sich selbst überlassener Junge versetzten Sie sich in der Einbildung in ein fernes Land bilden Sie sich ein daß Sie daselbst einen großen Fehltritt begehen gleichgültig was für einen und aus welchen Beweggründen doch einen solchen dessen Folgen Sie durchs Leben geleiten und Ihr ganzes Dasein vergiften Bemerken Sie wohl daß ich nicht sage ein Verbrechen ich spreche weder von Blutvergießen noch von irgend einer anderen Schuld die den Frevler dem Strafgesetze überliefern müßte meine Bezeichnung ist Fehltritt Die Ergebnisse dieses letzteren werden für Sie mit der Zeit unerträglich Sie ergreisen Maßregeln um sich Linderung zu verschaffen außerordentliche Maßregeln zwar doch keine ungesetzlichen keine verbrecherischen und doch sind Sie elend denn die Hoffnung hat Sie beim Beginne Ihres Lebens verlassen Ihre Sonne verfinstert sich schon um Mittag und Sie wissen daß die Finsterniß bis zum Untergang anhalten wird Bittere und schmerzliche Gedanken sind allein der Inhalt Ihrer Erinnerung Sie wandern in der Welt herum um in der Verbannung Ruhe zu finden Sie suchen Ihr Glück in Vergnügungen in geistlosen sinnlichen Freuden die Geist und Herz abstumpfen Mit leerem Herzen und wüstem Kopfe kommen Sie nach Jahren freiwilliger Verbannung in die Heimat zurück Dort machen Sie gleichgültig auf welche Weise eine neue Bekanntschaft und finden in dieser Person die meisten jener guten und schönen Eigenschaften nach denen Sie zwanzig Jahre lang vergebens herumforschten und alles ist an ihr frisch und gesund ohne Fehler ohne Makel Ein solcher Umgang erfrischt macht Einen wie neugeboren Sie fühlen es daß bessere Tage zurückkommen mit ihnen ein geistiges Leben reinere Gefühle Sie hegen den Wunsch ein neues Leben zu beginnen und den Rest Ihrer Tage in einer Weise zuzubringen die eines unsterblichen Wesens würdiger ist Würden Sie sich berechtigt glauben ein aus einem bloßen Gebrauche entspringendes ein rein conventionelles Hinderniß das weder Ihr Bewußtsein heiligt noch Ihr Verstand billigt zu überspringen um diesen hohen Zweck zu erreichen Er hielt inne und sah einer Antwort entgegen Was sollte ich erwidern Wo war der gute Geist der mir eine scharfsinnige und befriedigende Antwort zuflüstern konnte Eitle Hoffnung Der Westwind rauschte durchs Epheulaub aber kein freundlicher Ariel blies mir einen Gedanken ins Ohr die Vögel sangen in den Baumwipfeln allein ihr Gesang hatte keine Worte Und wieder stellte mir Mister Rochester die Frage Ist der Ruhe suchende und reuige Pilgrim und Sünder berechtigt der Meinung der Welt zu trotzen um sich für immer den Besitz dieser sanften anmuthigen geistreichen Unbekannten zu sichern und dadurch die Ruhe seiner Seele und die Möglichkeit eines neuen Lebenswandels zu erlangen Sir erwiderte ich die Ruhe eines Pilgrims und die Bekehrung eines Sünders sollten n e von einem Mitgeschöpfe abhängen Mann und Weib sind sterblich