Welt in Verbindung Schulregeln Schulpflichten Schulgewohnheiten und Ansichten Stimmen und Gesichter Redensarten und Costüme Zuneigungen und Abneigungen das war alles was ich vom Leben kennen gelernt hatte Und nun begriff ich daß dies nicht genüge ich bekam eine achtjährige Lebensweise in einem Nachmittage satt Ich sehnte mich nach Freiheit nach Freiheit dürstete ich um Freiheit sandte ich ein inniges Gebet zum Himmel empor der schwache Abendwind schien es in die Ferne zu tragen Nach einer Weile ließ ich diesen Wunsch fallen und reichte eine demüthigere Bitte um Veränderung Aufregung ein auch dieses Gesuch schien im weiten Raume unbeachtet zu verhallen Nun denn rief ich in halber Verzweiflung so will ich wenigstens eine neue Sklaverei Da ertönte die Glocke zum Nachtessen und rief mich eine Treppe tiefer Nicht eher als zur Schlafenszeit konnte ich den abgerissenen Faden meiner Betrachtungen wieder aufnehmen und selbst dann wurde ich von einer Lehrerin die mit mir dasselbe Zimmer bewohnte durch eine bedeutungslose Plauderei daran verhindert Wie sehr wünschte ich der Schlaf möchte ihr den Mund schließen Der Gedanke drängte sich mir auf es müsse mir eine glückliche Eingebung kommen könnte ich nur die Idee die ich am Fenster meiner Stube erfaßte weiter ausspinnen Endlich hörte ich Miß Gryce schnarchen sie war eine plumpe Waleserin und bis nun hatte ich ihr gewöhnliches Nasenconcert als eine große Unannehmlichkeit angesehen diese Nacht begrüßte ich die ersten Baßtöne mit großer Befriedigung keine weitere Unterbrechung befürchtend belebten sich meine Gedanken augenblicklich Eine neue Dienstbarkeit darin liegt etwas begann mein stilles Selbstgespräch Es ist gewiß etwas daran denn es klingt durchaus nicht angenehm nicht wie Freiheit Erheiterung Vergnügen herrliche Töne aber für mich nichts weiter als Töne so körperlos so flüchtig daß es Zeitverlust wäre ihnen zu lauschen Doch Dienstbarkeitr das ist etwas anderes es ist greifbare Wirklichkeit Dienen kann jedes ich habe hier acht Jahre gedient und nun ist alles was ich wünsche anderwärts dienen zu dürfen Kann ich dies mit meinen Willen durchsetzen Ist die Sache thunlich Wohl wohl es ist nicht so schwer wäre nur mein Gehirn im Stande die nöthigen Mittel ausfindig zu machen Ich setzte mich im Bette auf um das besagte Gehirn zu ermuntern es war eine kühle Nacht ich wickelte mich in einen Shawl und fuhr mit aller Macht fort nachzudenken Was brauche ich Einen neuen Platz in einem anderen Hause unter anderen Gesichtern und anderen Verhältnissen ich wünsche eben nicht mehr weil es unnütz wäre einen anderen Wunsch zu hegen Was pflegen die Leute zu thun um eine neue Stellung zu erlangen Sie wenden sich an Bekannte denk ich ich habe keine Bekannten Aber es giebt noch viele Personen die ohne Freunde sind und sich selbst helfen müssen was thun nun solche Leute Ich konnte es nicht sagen keine Antwort kam mir in den Sinn Ich trug also meinem Gehirn auf sofort eine solche zu finden Es arbeitete gewaltig und immer gewaltiger ich fühlte die Pulsadern am Kopfe und an den Schläfen schlagen doch fast eine Stunde lang arbeitete es im Chaos und