und Mistreß Eshton sie mit in ihr Gespräch zu verflechten durch hochmüthiges Stillschweigen zurück sang dann mit halblauter Stimme einige sentimentale Lieder und Arien zum Piano und holte sich endlich einen Roman aus der Bibliothek mit dem sie sich aufs Sopha warf um sich mit dem Zauber der Dichtung die langweiligen Stunden der Abwesenheit zu verkürzen Im Hause und in allen Gemächern war es still nur aus dem Billardzimmer ertönte dann und wann ein fröhliches Lachen Es war schon dunkel und die Glocke hatte bereits die Stunde des Ankleidens zum Tische angezeigt als Adela die bei mir auf einem Fenstersitze kniete plötzlich ausrief Voila Monsieur Rochester qui revient Ich wandte mich um und sah wie Miß Ingram vom Sopha emporflog auch die anderen Gäste blickten von ihren augenblicklichen Beschäftigungen auf den in denselbem Momente vernahm man das Rollen von Rädern und Pferdegetrampel auf dem nassen Sandwege Ein Postwagen näherte sich Was fällt ihm denn ein in diesem Aufzuge nach Hause zu kommen bemerkte Miß Ingram Er ritt ja seinen Rappen Mesrur und Pilot war mit ihm als er heute Morgens Thornfield verließ was hat er nur mit den Thieren angestellt Bei diesen Worten trat sie mit ihrer starken Figur und ihren weiten faltigen Kleidern so nahe zum Fenster daß ich bei der Bemühung ihr auszuweichen und mich zurückzubiegen fast das Rückgrat brach In ihrem Eifer bemerkte sie mich nicht sogleich doch meiner ansichtig werdend rümpfte sie die Nase und suchte ein anderes Fenster auf Der Postwagen hielt vor dem Hause der Kutscher läutete an und ein Herr in Reisekleidern stieg aus allein es war nicht Mister Rochester sondern ein Fremder ein schlanker elegant aussehender Mann Wie ärgerlich rief Miß Ingram Sie alberner Affe Adelen anfahrend Wer hieß Sie denn sich aufs Fenster hinaufzuhocken und die Leute zum Narren zu halten Und sie warf auch mir einen wüthenden Blick zu als wäre ich an der ganzen Sache Schuld Man hörte in der Vorhalle reden und sofort trat der neue Ankömmling ins Besuchzimmer Er verneigte sich vor Lady Ingram als der ältesten der anwesenden Damen Ich scheine etwas ungelegen zu kommen Madame sagte er da mein Freund Mister Rochester vom Hause abwesend ist allein ich lange eben von einer sehr weiten Reise an und ich darf wohl als ein alter und intimer Freund einstweilen absteigen und seine Zurückkunft abwarten Sein Benehmen war artig sein Accent kam mir etwas ungewöhnlich nicht gerade fremd aber auch nicht englisch vor Dem Alter nach schien er mit Mister Rochester auf derselben Stufe zu stehen und zwischen dreißig bis vierzig Jahre zu zählen seine Hautfarbe war merkwürdig blaß im übrigen konnte man ihn besonders beim ersten Anblick einen sehr hübschen Mann nennen Bei näherer Betrachtung jedoch entdeckte man in seinem Gesichte ein Etwas das mißfiel oder vielmehr nicht gefiel Seine Gesichtszüge waren regelmäßig aber zu schlaff sein Auge war groß und schön geschnitten aber das innere Leben welches herausblickte ein leeres gedankenloses Leben So dachte ich wenigstens Die Gesellschaft ging auseinander um sich zur Tafel umzukleiden Erst