Sie und lassen Sie Adele von Sophien abholen Gute Nacht meine Er hielt inne biß sich in die Lippen und entfernte sich mit raschen Schritten III Welche fröhliche und geschäftige Tage waren das jetzt wie so ganz verschieden von den ersten drei Monaten der Stille Einförmigkeit und Einsamkeit die ich unter dem Dache von Thornfieldhall zugebracht hatte Alle trüben Gefühle alle traurigen Gedanken schienen nun das Haus verlassen zu haben überall herrschte Leben und Bewegung Es war unmöglich die sonst so verlassene Galerie oder die Vorderzimmer zu betreten ohne einer netten Kammerzofe oder einem aufgewichsten Lakai zu begegnen Eine gleiche Rührigkeit herrschte in der Küche in der Kellerei im Gesindezimmer und in der Vorhalle und die Salons standen nur dann leer wenn sonnige Frühlingstage die Gäste ins Freie riefen Selbst an unfreundlichen regnerischen Tagen trat in den Unterhaltungen kein Stillstand ein nur daß dann Zimmerbelustigungen in um so größerer Abwechslung und Lebendigkeit stattfanden Ich wußte nicht recht was am nächsten Abend beabsichtigt wurde als die Gäste zur Abwechslung das Charadenspiel vorschlugen in meiner Unerfahrenheit war mir selbst das Wort unverständlich Die Diener wurden gerufen die Tische beiseite geschoben die Lichter anders vertheilt die Stühle dem Schwibbogen gegenüber in einem Halbzirkel aufgestellt Während Mister Rochester mit den übrigen Herren diese Veränderungen vornahm liefen die Damen Treppe auf Treppe ab und klingelten ihren Mädchen Mistreß Fairfax wurde aufgefordert über die Vorräthe des Hauses an Shawls Anzügen Draperien jeder Art zu berichten worauf die alten Garderoben des dritten Stockwerkes geplündert wurden und ihren Inhalt an brocatenen und gestickten Röcken an schwarzseidenen Staatskleidern Spitzenkrägen und atlassenen Mäntelchen etc abliefern mußten Die Kleidungsstücke wurden in Massen von den Zofen heruntergeschafft und nach geschehener Auswahl die brauchbaren Stücke im Boudoir des Gesellschaftszimmers aufgespeichert Inzwischen hatte Mister Rochester die Damen um sich berufen von denen er einige zu seinen Partnerinnen erwählte Miß Ingram gehört natürlich zu mir sagte er Darauf nannte er die beiden Misses Eshton und Mistreß Dent Er sah mich an ich stand zufällig in seiner Nähe und befestigte Mistreß Dent 's Armband welches aufgegangen war Wollen Sie spielen frug er Ich schüttelte mit dem Kopfe Er bestand nicht weiter darauf was ich beinahe befürchtete und erlaubte mir mich hinter meinen Fenstervorhang zurückzuziehen Nun trat er mit seiner Partei hinter die Draperie der andere Theil der Gesellschaft unter Oberst Dent 's Anführung setzte sich auf die im Halbkreis aufgestellten Stühle Mister Eshton der mich gewahr wurde schien den Vorschlag zu machen mich herbeizurufen doch Lady Ingram war entschieden dagegen Nein hörte ich sie sagen sie sieht zu einem solchen Spiele viel zu dumm aus Kurze Zeit darauf ertönte eine Klingel und der Vorhang ging in die Höhe Innerhalb des Schwibbogens sah man Sir George Lynn in ein weißes Betttuch gehüllt Vor ihm auf einem Tische lag ein offenes großes Buch ihm zur Seite stand Amy Eshton in Mister Rochester 's Mantel ein Buch in der Hand haltend In der Ferne hörte man ein fröhliches Glockengeläute Adela die es sich nicht nehmen ließ von der Partei