genommen sonst hätten weder ich noch Adela noch Sophie der ich einen Theil unserer Mahlzeit überließ überhaupt etwas zu essen bekommen unten war alles zu sehr beschäftigt um auch nur einen Augenblick auf uns denken zu können Erst um neun Uhr wurde das Dessert aufgetragen und noch um zehn Uhr liefen die Lakaien mit Speisetragen und Kaffeetassen herum Ich gestattete Adelen länger als gewöhnlich auszubleiben denn sie behauptete sie könnte nicht schlafen so lange unten die Thüren auf und zugingen und die Leute Lärm machten Uebrigens meinte sie könnte ja möglicherweise Mister Rochester noch um sie schicken wo sie dann am Ende nicht angekleidet wäre et alors quel dommage Ich erzählte ihr so lange Geschichten als sie nur immer anhören wollte und dann nahm ich sie zur Abwechslung mit auf die Galerie hinaus Die Lampe der Vorhalle war unangezündet und es machte ihr Vergnügen über das Treppengeländer hinabzublicken und den emsig ab und zugehenden Dienstleuten zuzusehen Als der Abend ziemlich weit vorgerückt war ertönte aus dem Besuchszimmer wohin das Pianoforte gebracht worden war Musik ich setzte mich mit Adelen auf den Treppenabsatz um zuzuhören In diesem Augenblick mischte sich eine klangreiche Stimme in die Töne des Instrumentes es war eine Dame die da sang und melodisch floß die Sangweise von ihren Lippen Auf dies Solo folgte ein Duett und dann ein Allegro eine lebhafte Konversation füllte die Pausen zwischen den Musikstücken aus Ich hörte lange zu plötzlich machte ich die Bemerkung daß mein Ohr bemüht war die verschiedenen Laute zu untersuchen und unter dem Gewirr von Stimmen diejenige Mister Rochester 's herauszufinden und als ihm dies gelungen war fand es eine neue Aufgabe darin die fernen unartikulirten Laute zu verständlichen Worten zusammenzusetzen Da schlug es elf Uhr Ich sah nach Adelen deren Kopf auf meiner Schulter lag ihre Augen begannen sich zu schließen und so nahm ich sie in meine Arme und brachte sie zu Bette Erst spät nach Mitternacht zogen sich die Herren und Damen in ihre Gemächer zurück Der folgende Tag war ebenso schön wie der vorhergehende die Gesellschaft benutzte ihn zu einem kleinen Ausfluge in die Nachbarschaft Die Gäste machten sich schon des Morgens auf den Weg einige zu Pferde die übrigen in mehreren Wagen ich sah sie abfahren und wieder zurückkommen Wie früher war Miß Ingram die einzige Dame zu Pferde und wie zuvor galoppirte Mister Rochester ihr zur Seite das Paar ritt etwas entfernt vom Neste der Gesellschaft Ich machte Mistreß Fairfax die mit mir am Fenster stand auf diesen Umstand aufmerksam Sie meinten es wäre nicht wahrscheinlich daß die Beiden ans Heiraten dächten sagte ich aber Sie sehen doch daß Mister Rochester sie allen übrigen Damen vorzieht Wohl er bewundert sie ohne Zweifel Und sie ihn fügte ich hinzu sehen Sie nur wie sie ihren Kopf zu ihm hinneigt als wäre er Ihr Vertrauter Ich wollte ich könnte ihr Gesicht sehen bis jetzt war mir 's noch nicht vergönnt Sie werden sie heute Abend sehen antwortete Mistreß Fairfax Ich bemerkte Mister Rochester im Vorbeigehen