ihre ganze Antwort Inzwischen schlug die Frühstücksstunde und der Küchenmeister brachte Grace auf einem Teebrett wie gewöhnlich ihren Krug Porter und ihr Stück Pudding „Wünschen Sie noch etwas Mistreß Poole “ fragte er dann „Allerdings ein Stück Käse Sonst wüßte ich nichts “ „Und Ihren Sago “ „Kümmern Sie sich nicht darum ich werde mir ihn vor dem Thee selbst besorgen.“ Nach diesem Zwiegespräch daß mir im höchsten Grade auffiel begab ich mich zu Mistreß Fairfax die mich erwartete Ich überlasse es Ihnen sich eine Vorstellung über die Vermuthungen zu machen welche mir die Sonderbarkeit dieser verschiedenen Umstände eingab Welcher geheime Grund mochte Herrn Rochester abhalten Grace Poole aus dem Hause zu entfernen oder selbst der Gerechtigkeit zu überliefern Wie konnte er ohne die geringsten Vorsichtsmaßregeln mit einer Frau unter einem Dache leben von welcher er Alles zu fürchten hatte Und welche Ursache hatte diese Frau ihn mit einem so entsetzlichen Hasse zu verfolgen Dies Alles waren mir unauflösliche Räthsel Von der Neugierde angetrieben kam ich auf die unwahrscheinlichsten Vermuthungen Ich fragte mich ob nicht etwa zwischen diesem abstoßenden Geschöpf und dem excentrischen Mr Rochester ein Band existire das früher als Beide jung waren durch eine unbegreifliche Laune des Schicksals geknüpft worden war Aber so kühn meine Phantasie auch sein mochte sie mußte zurückschrecken vor der plumpe Gestalt dem gemeinen Gesicht den groben Zügen mit Einem Worte vor der rohen Häßlichkeit dieses von Gott verworfenen Geschöpfe Der ganze Tag verging unter diesen Betrachtungen welche den sehnlichen Wunsch einer Unterredung mit Mr Rochester in mir erweckten Jetzt durfte er mir nichts mehr verschweigen ich hatte ein Recht auf sein unbegrenztes Vertrauen erlangt und vielleicht auf noch mehr als dies Ich erwartete daher den Abend mit einer nicht zu beschreibenden Ungeduld Der Abend kam Adele verließ mich um zu Bett zu gehen Dies war die Zeit zu welcher im Salon die Glocke ertönte zum Zeichen daß ich entboten werden sollte Leah kam dann mit dem gewöhnlichen Auftrage zu mir „Mr Rochester läßt Sie ersuchen zu ihm hinunter zu kommen.“ Aber Leah ließ diesmal lange auf sich warten und ich hatte überhaupt obgleich ich beständig Acht gab den ganzen Tag über weder die Stimme noch den Schritt Mr Rochesters gehört Endlich erschien Leah jedoch um zu sagen daß der Thee bei Mistreß Fairfax servirt sei „Kommen Sie rasch mein liebes Kind “ sagte die gute Dame sobald sie mich erblickte “Sie müssen sehr hungrig sein denn Sie haben ohne es selbst zu bemerken bei Tische fast gar nichts gegessen Kommen Sie näher wird es Ihnen zu kalt am Fenster sein Ich denke nicht es ist ja schön Mr Rochester hat es gut getroffen.“ „Ist Mr Rochester nicht hier “ „Nein er ist nach dem Frühstück nach Prés Clos zu Mr Eshton geritten zehn Meilen jenseits Milcote.“ „Erwarten Sie ihn diesen Abend zurück “ „Weder diesen Abend noch morgen er wird wohl etwa vierzehn Tage wegbleiben Man amüsirt sich vortrefflich bei Mistreß Eshton es sind immer viel schöne Damen dort zum Beispiel Blanca und