heiter fröhlich und scherzhaft Nach dem Frühstück nahm ich Rochester mit mir aus dem düstern Zimmer ins Freie und unterhielt ihn mit Erzählungen und launigen Einfällen Später führte ich ihn nach einem schattigen Rasenplatze wo ich ihm auf einem seit langer Zeit umgehauenen Baume einen trockenen Sitz aussuchte und ihm dann sogar gestattete mich auf den Schoß zu nehmen Warum hätte ich mich auch von ihm entfernen sollen da wir uns in gegenseitiger Nähe glücklich fühlten Pilot legte sich neben uns und mehrere Minuten lang herrschte eine vollkommene Stille Plötzlich drückte Rochester mich stürmischer als je vorher an sich „Böses grausames Kind “ rief er aus „daß Sie mich so verlassen konnten O Jane wenn Sie es wüßten was ich empfand als ich Sie für immer von mir geschieden sah ohne eine Spur wohin Sie gegangen waren und ohne Existenzmittel selbst das Perlenhalsband hatten Sie in Ihrer Kommode und die noch für unsere Hochzeitsreise gepackten Koffer in Ihrem Zimmer zurückgelassen Was wird aus meiner Jane werden die keine Hilfsmittel und keinen Freund mehr hat “ fragte ich mich selbst mit Verzweiflung „In der Tat Jane wo waren Sie eigentlich diese ganze Zeit über “ So durch Fragen gedrängt begann ich die Erzählung meiner Schicksale während des letztverflossenen Jahres Aber ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen daß ich die Geschichte jener drei entsetzlichen Tage wo ich mit dem Hunger und der Verzweiflung rang bedeutend milderte Wozu sollte ich ohne Not dieses treue Herz zerreißen Das wenige das ich ihm sagen mußte machte schon einen viel heftigeren Eindruck auf ihn als ich hervorzubringen wünschte Er warf mir vor daß ich nicht das Vertrauen in seine Liebe gesetzt habe welches sie verdiente Nie behauptete er habe er mich zwingen wollen seine Geliebte zu werden und als er mich so ohne Existenzmittel in die Welt herausgeworfen gesehen habe würde er mir gern die Hälfte seines Vermögens gegeben haben ohne nur die Hälfte eines Kusses dafür zu verlangen Vielleicht irrte er sich jedenfalls aber sprach er jetzt aufrichtig In meiner Erzählung kam natürlich der Name Saint-John sehr häufig vor und dieser Name schien seine Eifersucht zu erwecken „Wie es scheint “ sagte er „lieben Sie diesen Saint-John diesen frommen Priester Was für ein Mann war er denn “ Meine näheren Mitteilungen über das Alter das Aeußere und die geistigen Eigenschaften Saint-Johns hatten nichts Beruhigendes Daher nahmen auch Rochesters Gesichtszüge nach und nach einen immer ernsteren Ausdruck an und als ich ihm sagte daß der Pfarrer von Morton weder die pedantische Steifheit noch das kleinstädtische und unbeholfene Benehmen seiner Kollegen besitze daß er das Profil eines Antonius schöne blaue Augen und einen edlen Anstand habe unterbrach mich plötzlich Rochester mit den Worten „Ich bitte Sie Jane gehen Sie von meinem Schoße.“ „Und wohin “ „Zu dem Gatten den Sie gewählt haben.“ „Zu welchem Gatten “ „Zu diesem Saint-John Rivers denke ich “ „Sie irren sich er ist und wird nie mein Gatte werden denn er liebt mich nicht und ich liebe ihn ebenso wenig Er