 Cromwell oder
Friedrich (»Aimez donc les détails!« riet der Letztere) die ungeheure
Arbeitskraft anstaunt, welche jeden Knopf und Stiefel ihrer Schwadronen im Auge
behielt, - so erkannte man hier die sittliche Charakterstärke, die innere
Wahrhaftigkeit, kurz die Klaue des Löwen breit und wuchtig im kleinsten Worte
abgeprägt.
    Man sah seine weltbeherrschende Phantasie die Erde umkreisen von Pol zu Pol.
Aus den bläulichen Ringeln seiner Kaffeekanne flatterten ihm braune Rosse auf,
Beduinen in braunem Burnus. Sieh da, die weißen Mäntel, wie Strausse in
gedrängter Herde ihre Schwingen blähen! Der rote Wüstensand klatscht zum Sattel
empor! Schaumflocken bedecken Bug und Nacken der Rosse, so dass sie getigerten
Schecken gleichen oder fürstlichen Turnierrossen mit einem Brustlatz von
Hermelin! Und auf ihrer Spur schnauft das Hyänenrudel, in wilden Sätzen die
Fährte mit den Pfoten durchtastend - denn wo die Wüstensöhne jagen, da fällt ein
Opfer zum Schmaus der Hyänen und Geier, die krächzend den Trauerchor um die
Gefallenen hüpfen!
    Aus dem Lande der Sonne schweifte des Dichters Geist zum Norden, aus der
Wüste zum Meer.
    Die bläulich zackigen Eisberge der Eskimos, die den Tran in Humpen
schlürfen, umschiffte er wie ein Viking. Wie der Pfeil vom Fischbeinbogen,
schwirrte sein Schiff dahin durch die tiefaufrauschenden Wellen, ängstlich
ächzte, sein Segel vor der kreischenden Brandung, über welcher der zackige
Blitzstrahl den Donner heroldete. Und zum Klang gebrochner Helme sang die
Seeschlacht wild und wilder, und der Tag sah ihn vorderst fechten. Doch in
mondheller Nacht entquollen seiner Harfe die Tränen sehnender Leder.
    Wohl drangen die Schreie aus des Dichters eigenem Herzen, man vernahm mit
Schauder diese gewaltige Stimme, - wie der faustische Held, am Meere
entlangwandelnd, aus Muscheln die ferne Klage des fliegenden Holländers
vernimmt, der im Maëlstrom wirbelnd dem tauben Himmel droht, bis er fadentief
versinkt zu Seegras und Korallen.
Der Brandung Bucht, die hohle,
Einsam der Wind umpfeift.
Träg von der Bergessohle
Der Nebel sich niederschweift.
Die Wassergeister schweben
Höhnend zu mir empor:
Zu Schaum zerann Dein Leben,
Du bist und bleibst ein Tor.
Es schwimmt das falsche Mondenlicht
Lockend auf kühlem Grunde.
Der Dampfer durch die Wogen bricht,
Sein Licht erhellt die Runde.
Und durch mein Herz, das dunkel kreist,
Mit grellen Feuerstrahlen
Das Schicksal seine Furche reißt.
Leuchte mir, Gott der Qualen!
Ihr Heuchler, Schurken, Memmen, Gecken, Narren,
Du weltliches Gesindel um mich her,
Magst ein Jahrhundert auf die Stunde harren,
Die heut durchwettert meiner Seele Meer!
Ich höre Dich, mein Gott, im Wogenrauschen:
»Lass Menschen Menschen sein! Ich bin Dir gut.
Auf meine Donnerstimme sollst Du lauschen
Und vorwärts branden, Meer, in heiliger Wut!
Schwemm sie
