 der Nacht, den Unterweltsgewalten, und dem Mars, der
den »Herrn« Adonai erschlug, dem latinischen Mars, der rohen Gewalt, dem Dämon
der Zwietracht, der nimmer schließt den Janustempel des Friedens.
    Die Sonne erreichte den höchsten Stand im himmlischen Tempel, dem Sternbild
des Leun. Typhon, der Meersturm, schweigt und es quillt der Nil des Lebens aufs
neue. Doch als Sühnopfer des Fortschritts fiel der neue Osiris. Schau, Isis
Natur, Kybele, wie Liebling Adonis stürzt sich selbst in die Hauer des Ebers!
    Begierde - Genuss, Grenzpfeiler des Seins, umreiss' ich sie, aufwühlend den
Grund, den vulkanischen Boden, in dem wir umsonst nach den letzten Zwecken
schürfen. Ans Tor des Schicksals poche ich frech mit der Keulenfrage: »Warum?
Wozu?« Ich will den engenden Wirkungskreis durch verwegene Willkür sprengen.
    Vampyr der Langeweile, entfleuch durch des Grabes Pforte zur Urnacht hin, -
Herodias Welt, ich fliehe vor Dir in die Wüste der ewigen Freiheit. Eines
Heilands Vorläufer erscheine ich mir, wie dem falschen Messias Johannes einst -
des Panteismus Weltreligion siegt einst über die Götzen .....
    Allerhaltende Liebe, bald hell bald trüb in der Kette der Wesen vom Stern
zum Wurm strahlend, wie jedes nach seinem Grad ein Spiegel des ewigen Feuers -
dir vermähl' ich mich nun! Die Asche dem Wind und der Odem dem Urquell, dem er
entfloss! So web' ich unsterblich weiter im All, Unendlichkeit wird das Ende.
    Verzehrt sind die Wolken der Sterblichkeit, die Sphärenräume zerklaffen -
hinauf zum Tabernakel der Urkraft schwebt meiner Seele befreite Flamme! Wo die
ewigen Mächte tronen im Licht, im Allerheiligsten wandelt er sich zur
Leuchtkraft selbst und leitet dahin an der Eisenkette der Dinge den Funken des
Werdens, der nimmer ward, doch endlos wird und von Kraft zu Kraft stets
wechselnd hinrollt, wie in Feuersnot von Hand zu Hand fliegt der Eimer. Kein
Ende, kein Stillstand! Alles fließt und wechselt in Licht und Leben und Lust!
Unendliche Wonne! Auch Schmerz ist Genuss dem Atom, das als Allteil sich fühlet.
Wohlan denn, zum letzten Sprunge hinein! Weh, weh! Ich verderbe, verlodre. Haha!
Jo, Jo! Triumph! O Wollust der Marter, es ist vollbracht!
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    Mit wirrem Lächeln und hämmernden Schläfen fuhr der Dichter aus seiner
Weltentrückteit auf und stierte umher.
    In hastigem Sturmschritt war er übers freie Feld nach der Wetzlarer
Bahnlinie jenseits des Halensees abgeirrt, mit der fieberischen Schnelligkeit
seines gestaltenden Gefühls völlig im visionären Bann des cäsarischen
Selbstmörders.
    In der
