 Deine duftigen Gewürze.
Doch willst Du mich beschenken, Dei,
So schieße mir ins Herz Dein Blei:
Mit meinem Tode meine Haft verkürze!«
Eine Fee erblickte
Vom Regenbogen
Im Menschengewimmel
Einst eine liebliche lächelnde Maid,
Die Blumen pflückte,
Und ward ihr gewogen,
Trug zum Himmel
Den Liebling ins Reich der Seligkeit.
Schöner dort Alles,
Als auf Erden!
Die Blume glühte
Wie Demantschein!
Des Wasserfalles
Funke sprühte
Und schien zu werden
Ein Edelstein!
Und doppelt empfanden
Dort alle Sinne.
Wie Zephirfächeln
Die Stunden entschwanden.
Auf neue Wonnen sann immer die Fee,
Damit sie gewinne
Ein einziges Lächeln
Von der Erdentochter verschwiegenem Weh.
Denn ewig traurig
Sie Tränen vergoss.
Im Reich der Sphären
Ward es ihr schaurig.
Und holte Wasser die Fee aus der See,
Dann fielen Zähren
Vom Himmelsschloss
Und sie sah dort weinen die Maid in der Höh.
Schmachtend sie schaute
Zur Wolke nieder,
Die über der Erde
Düster braute.
»Was wünschest Du? Wonach sehnst Du Dich?
Zieht es Dich wieder
Zur Menschenheerde?
Sprich, o sprich!«
»Dort fallen Sterne
Und durch mein Haar
Gleich Perlenkränzen
Flöcht' ich sie gerne!«
Die Fee ihr brachte das Sternengeschmeid.
Umsonst sein Glänzen!
Und traurig war
Aufs neue die Maid.
»Fort, Gram, von der Stirne!
Was willst Du? Befiehl!«
Sie sprach: »Ich sehe
Manch schlanke Dirne
Dort unten tanzen im Frühlingshain.
Sie lachen zur Höhe
Im frohen Spiel,
Sie lachen mein.
Glücklicher freilich
Sind sie als ich.
Doch ihre Zöpfe
Sind mir nicht heilig.
Ballspielen möcht ich! Bringe mir
Der Dirnen Köpfe,
Zu trösten mich!«
Die Fee sprach: »Hier!«
Doch traurig wieder
Blickte die Maid
Mit heißen Zähren
Zur Erde nieder.
»Was dünket Dir denn noch wünschenswert?
Ich wills gewähren,
Zu stillen Dein Leid,
Zu ersetzen die Erd'.«
»Jünglinge wandeln
So schön und lieb
Drunten heiter
Auf flinken Sandeln.
Ich bin im Himmel, doch bin ich allein.
Liebe nur gib,
Ich will nichts weiter,
Liebe sei mein!«
    Die schöne Dichterin legte die Rosapapierchen hin und blickte den Kritiker
triumphierend an.
    »Nun, was sagen Sie dazu?«
    »Liebe sei mein!« hüstelte Leonhardt vorsichtig. »Sehr gut. Es ist ihr ewig
Weh und Ach aus einem Punkte zu curiren.«
    »Wie, wären Sie etwa mit der Pointe nicht einverstanden? O ich weiß, Sie
Cyniker verachten die Liebe!«
    »Gott soll mich bewahren! Nichts Menschliches verachte ich. Nur soll man die
Dinge beim rechten Namen nennen.«
    »Nun was wäre denn die Liebe nach Ihrer Auffassung, Verehrter?« Aurelie
schlug kokett
