, von
welchen, wie ich wohl sagen darf, eine ganz neue Kunstanschauung der
Sinnlichkeit herdatirt. Herr Graf haben sie ja gelesen?«
    Krastinik verbeugte sich schweigend. Es war ihm widerlich, diese beiden
abgelebten Pedanten ihr Gequatsch wiederkäuen zu hören. - Der Eine als
moralischer Akademiker, der Andre als »vornehmer« »ritterlicher« Idealist, der
seine greisenhafte Brunst mit ledernen philosophischen Phrasen verbrämte.
    Man las weiter in der Antologie.
                               Heinrich Edelmann.
                          Pfingsten eines Gottsuchers.
Rastlos wandernd ohne Grauen,
Würde es auch spät und später,
Wirst Du blauen klaren Äther
Durch des Urwalds Dickicht schauen.
Das ist der ruhige Fyord,
Der seinen Gruß entboten
Vom Heimatort zum Meere fort
Als sichrer Port dem ringenden Piloten.
Ist gleich des Glücks Symbole
Das Alpenglühn versunken,
Strahlt noch ein letzter Funken
Auf höchster Alp, des Ruhmes Aureole.
Das ist am Lebenshorizont
Der Abendstern, der später gern
Umwandelt sich zum Morgenstern,
Der durch des Todes Schatten bricht,
Bis sich an neuem Lebenslicht
Die auferstandne Seele sonnt.
Dem Edlen ist das Leben hold:
Der Ruhe Balsam und der Weisheit Gold
Vertraulich spendet jede Nacht.
Die Glorie der Kunst, das Meteor der Träume
Durchzuckt der Seele Sternenräume
In ungeahnter Wunderpracht.
Die auserkornen Geister aber hören
Egerias Geheiß in unhörbaren Chören,
Sich unsichtbare Geister zu beschwören.
Im Walde über Stock und Stein
Irrt König Artus, hinterdrein
Irret die Tafelrunde.
»Merlin, Merlin!« so hallt ihr Schrei'n
Aus weheklagendem Munde.
Merlin, der mystische Seher, hört
Kein einzig Wort, er starrt betört
Nur in die Augen seiner Trauten,
Die ihm den Weisheitsstolz betört,
An dem Jahrhunderte bauten.
An der Weissdornhecke sitzt er nun,
Sein Bart ist Moos, seine Füße ruhen,
Von Sommerfäden umschlungen.
Er ist verzaubert und merkt es nicht,
Starrt in der Nixe Angesicht,
Von ihrem Reiz bezwungen.
Die Seele verkauft sich der Liebeslust
Und dem üppigen Aussenleben,
Doch der Liebesschmerz in des Denkers Brust
Wird neue Flügel ihr geben,
Abschüttelnd den eitelen Maienblust,
Bis der Sehnsucht Schwingen sich heben.
Die getrennten Glieder sind dann vereint,
Der Völker Tafelrunde.
Und Artus' Schwert mit dem letzten Feind
Sank zu der Vergangenheit Schlunde.
Zum Feeenschloss Avillion,
Zu den Inseln der Seligen, pilgern schon
Alle Templeisen im Bunde.
Und dort, von Sinnlichkeit erlöst,
Merlin das Saisbild entblößt,
Des Grals geheimnisvolle Kunde.
                               Gerhart Heidenauer
                        Messiasleiden eines Prometiden.
Zu Schmerz und Sünde wird der Mensch geboren,
Sein innerst Wesen nur ist Schmerz und Sünde.
Laokoon, durch alle Deine Poren
Gift spritzen dieser Schlangen Eiterschlünde.
Der Dichter aber wurde auserkoren,
Dass der Dämonen Walten er verkünde.
Er trägt der ganzen Menschheit Sündenschmerz.
Ein Heiland, der gekreuzigt, ist
