 Worte glich:
    Wir - sind - allein! ...
    Und ihr Flammenblick schien diese Trümmerwelt neu zu beleben ... Die
verwitterten Moose und Schnecken an den feuchten Wänden verschwanden ... Die
hier und da noch erkennbaren Farben der alten Wandgemälde glühten zu Bildern der
Mytenwelt auf ... Amor und Psyche, Venus und Adonis schwebten ringsum ...
Selbst der Fußboden wurde belebt zum kunstvollsten Mosaik ... Wohl konnten der
beglückten Phantasie noch die goldenen Armsessel stehen, vor denen die
schöngefleckten Felle der Leoparden und Tiger gebreitet lagen ...
    Benno musste seinen Arm um die luftige Gestalt winden, musste ihre Linke, eine
Kinderhand, weich wie Flaum, an sich ziehen und küssen ... Die junge Frau
blickte zu ihm auf mit jenem Ausdruck der Liebe, der in der Tat ihre Züge
verschönte ... Ihr Mund zitterte; ihre Augen waren von einem so hellen Glanz,
als spiegelten sich die Bilder, die sie aufnahmen, in einer reinen Seele ... Mit
weicher zitternder Stimme, die ihre Worte wie aus einem der Welt ganz an ihr
fremden Register der Stimme ertönen ließ, hauchte sie:
    Ja, ich sollte dich hassen, du Treuloser! ... Wüsstest du - was ich alles um
dich gelitten - um dich für Torheiten beging ... Rom, die Welt hätt' ich
zerstören mögen und am meisten mich selbst ...
    Benno hatte schon Tausenderlei zu seiner Entschuldigung gesagt ... Auch
wollte sie jetzt nichts mehr vom Vergangenen hören ... Ihre Lippen wollten gar
keine Worte ... Sie verlangten nur die Berührung der seinigen ... Die blendend
weißen Zahnreihen blieben wie einer Erstarrten geöffnet stehen ... Liebe
verklärte jede Fiber ihres Körpers, wurde das Atmen der Brust, das ersterbende
Wort ihres Mundes - Das Geheimnis der Welt Liebe, Religion Liebe, Leben Liebe
... Sie senkte die langen Wimpern über die im träumerischen Vergessen
verschwimmenden, ihren Stern ganz innenwärts und hoch hinauf einziehenden Augen
...
    Leicht lag sie ihm im Arm wie eine Feder ...
    Benno, kaum noch seiner Sinne mächtig, zuckte absichtlich wie über eine
Störung ...
    Da die Fürstin nur in den Bewegungen des Geliebten lebte, machte sie die
gleiche Gebärde ... Jeder Zug der Schönheit verschwand auf eine Sekunde ... Das
Ohr spitzte sich ... Das Auge blickte groß und starr ...
    Alles blieb aber still ... Nur über die feuchten Mauertrümmer sickerte
draußen ein Wässerchen ... Und im Nu, wie von unsichtbarer Musik regiert,
verwandelten sich ihre Züge zur seligsten Harmonie ... Ihr Sein war nur Eine
Hingebung, Eine Hoffnung ... Die zartesten
