nde Krieger fochten auf den Wolken
 In Reih'n, Geschwadern und nach Kriegsgebrauch,
 Wovon es Blut gesprüht auf's Kapitol.
 Das Schlachtgetöse klirrte in der Luft;
 Es wiehern Rosse, Männer röcheln sterbend
 Und Geister wimmerten die Straßen durch.
                                                                   Julius Cäsar.
Dass wir den Vorhang könnten fallen lassen über ein dunkles Grauenbild!
    Aber die Zeit ist eisern. Unheildeutende Raubvögel sieht der Augur zur
Linken fliegen. Er sieht die unglücklichen Zeichen. Er sieht in nächtlicher
Stille rote Flammen am Himmel. Darf er verschweigen, was er sah?
    Ein stiller Junimorgen. Tiefe Ruhe, morgenrote Dämmerung auf den Fluren. In
der kleinen Veste Bielau ein schauerliches Schweigen. Die Sonne naht. Es künden
die purpurnen Wolkenboten erst ihr Kommen an. Es singt ihr auf dem Lindenbaum am
Wall entgegen die wachende Nachtigall.
    Die Sängerin ist's der Liebe und der Sehnsucht! Es ist der blühende, der
duftende Lindenbaum -
    Aber auf dem Glacis graben zwei Männer stumm und traurig eine Grube - Sie
tragen die bunten Röcke des Kriegers ...
    Die Erde blinkt und funkelt unter dem Spaten von Glaskörnchen, von
Metallstückchen, von Schnecken, von Kieselsteinen - was ist da zu weilen! Einen
Hügel nur von Erde soll es geben und neben ihm eine Grube, so tief, wie die
beiden Krieger in ihr stehen ... Sie ist fertig. Die Spaten liegen auf der
frischen Erde ... Die Krieger gehen traurig.
    Die Sonne nähert sich. Es ist, als rauschte sie empor mit Donnerton. Und
doch ist Alles still, nur die Nachtigall singt, der Lindenbaum säuselt und nur
die Welle des Flusses, an dem die kleine Veste sich erhebt, kann man plätschern
hören.
    Da Männertritt ... In gleicher Ordnung ... aus einem verdeckten Gange, der
zu den Kasematten führt, zwanzig, dreißig Mann ... wozu sie zählen!
    Sie umstehen die Grube. Nur dem aufgeworfenen Hügel bleibt der Rücken frei
...
    Ein metallner Klang - ein Klingeln fast - die Ladstöcke fahren in die
Musketen - Acht Krieger haben geladen.
    Die Nachtigall singt Liebe und Sehnsucht ...
    O sänge sie Mut dem Armen in leinenem Kittel, der aus dem verdeckten Gange
tritt! Ein Jüngling, gebräunten Antlitzes, spärlich der Bart, blond das Haar,
das Auge voll Wehmut, aufgeschlagen gen Himmel, zum ersten Lichtstrahl der
Sonne, der ihm grade über den Scheitel fährt wie ein Glorienschein! Umschlungen
hält ihn eine lange Gestalt im Priesterkleide, ein ernstes liebevolles Haupt,
niedergebeugt zu dem schwankenden Wandrer, der sich in den Reihen der Krieger
umsieht und sie voll Trauer und Ergebung begrüßt ...
    Der Jüngling schreitet den Todesgang -
    Ein Bauer, in greisem langem Haar,
