 es mir, schrieb ihr der Gott in das Aug. -
Schweigend spricht sie das Wort, was meine Lippe nicht redet;
Flieh ich, so ist sie die Flucht; ruh ich, so ruht sie in mir.
Suchst du sie? - Dort in den Schatten des Waldes, wo sich das Dunkel
Tiefer Begeisterung löst, stiller der Himmel sich senkt,
Wo an der liebenden Brust, dem Gestade des brausenden Lebens,
Des unendlichen Meeres Woge melodisch sich bricht.
Dort weilt sie, dichtet fromm, was ihr Geister sie lehret,
Begierig, Geheimes zu fassen,
Und euch, ihr Götter, in mir, schuf nur des Kindes Gebet.
Trösterin! - Freundliche! - Dein Seherauge entsiegelt dem Tode,
Der dich als Leben umgibt, selbst den geschlossenen Blick. -
Alles Bettine! dem liebend dein schaffender Geist sich genährt,
Was deine segnende Hand, was dein Gedanke berührt,
Blühet schöner ein Freiheit verklärendes Leben.
Bilde in mir deine Welt, du, die den Zweifel nicht kennt,
Die aus dem Busen mir zog den vergifteten Pfeil.
Alles, was der Genius zu bilden mich drängt,
Bilde ich Schwacher es nicht, weilt schon gestaltet in dir.
Schützend will ich dir folgen, du Leben, das, wo ich zage, mich schützt;
Das, wo ich welke erblüht, gern mir die Jugend ersetzt.
Verwechselt im Herzen, schreitest du kühn auf tobender Woge,
Die aufbraust in mir und sänftigst sie, dass sie heller, melodischer klingt.
In dir weile ich flammend, du gibst die lindernden Öle,
Und so sühnt sich in dir, opfernd den Göttern, der Sturm.
Ach, liebes Kind, wie einzig möcht ich Deine Begriffe und Ahnungen so stark
machen, dass sie wirklich endlich zum Kern würden, zum reinen Gesetz, an dem alle
Verkehrtheit zu scheitern komme. Ach lerne, arbeite, Dich zu bereichern, was es
auch sei, nichts ist unbedeutend, alles nährt und weckt und erleuchtet. Aus
allem kannst Du weben und flechten einen schattigen Hut, wo die Sonne im Zenit
steht, eine Freiheitsmütze, die Deine höheren Anlagen schützt. Ach die Welt ist
groß. Es gibt mildere Sonnenhimmel! - Spanien, wo die Orangen Dir in den Schoss
rollen, ich muss Dich hinführen, wo die ganze Natur Dir bestätigt, was Du ahnest,
was Du suchst und glaubst, drum lasse Deinen Geist kühn jede Stufe erklimmen,
fürchte nicht, dass er ermüde, nein, er kann durch sich selbst nur erstarken, wer
von den Banden der Sklaverei sich will befreien, der muss den Geist im Innern
befreien. Verberge, was ich Dir hier sage. Es gibt Gedanken, die dem Gott im
Menschen allein geweiht
