 die ihn
wiedererzeugen.
    Geist sind Sonnen, die einander strahlen, - Licht nimmt Licht auf, - Licht
sehnt sich nach Licht, - Licht geht über ins Licht, - Licht vergeht im Licht. -
Vielleicht ist das die Liebe. -
    Was sich nach Licht sehnt, ist nicht lichtlos, denn die Sehnsucht ist schon
Licht, die Rose trägt das Licht in der Knospe verschlossen. -
    Die Schönheit, die sinnlich vergeht, die hat einen Geist, der sich
weiterentwickeln will, der Rose Geist steigt höher, wenn ihre Schönheit
verblühte. - Im Geist blühen tausend Rosen, die Sinne sind der Boden, aus dem
das Schöne in den Geist aufblüht, die Sinne tragen die Rosen, sie blühen in dem
Geist auf. - Der Geist ist der Äther der Sinne, - die Rose berührt den Atem, das
Gesicht und das Gefühl! - Warum bewegt die Rose das Gefühl? - Atme ihren Duft,
und Du wirst bewegt; - gewiss liegt in ihrem Dasein Seligkeit, die nur ihr eigen
ist, - gewiss war diese Seligkeit einmal die Deine - und jetzt, wo Du ihren Duft
einatmest, fühlst Du den Geist der Rose, die längst verblühte, in Dir
fortblühen.
    Was ist Erinnerung? - Erinnerung ist viel tiefer, als sich auf das besinnen,
was wir erlebten. Auch in ihren Verwandlungen berührt sie ewig den Geist - sie
ist unendlich - sie wird Gefühl - dann wird sie Gedanke, der reizt den Geist zur
Leidenschaft; als Leidenschaft erzeugt sie den Geist aufs neue.
    Aus jedem Lebenskeim entsteht Leben, Leben erzeugt fortwährend Lebenskeime,
die alle blühen müssen. Alles Erlebte ist Lebenskeim, die Erinnerung trägt sie
im Schoss.
    Ich weiß wohl, warum von Rosen die Rede war mit den Sternen. - Einmal war
ich heiter geworden, wie der Ephraim fort war, - und dann schwamm noch rötlich
Gewölk am Himmel, als ich oben auf der freien Warte ankam, und dann will ich nie
wieder unfrei atmen! Das ist nicht meine Sach, unter der Last keuchen! - Setzest
Du mir nicht einmal ums andre immer wieder neue Flügelpaare an, und die Sterne,
wie lehren die mich doch die Flügel schwingen! Und trag ich nicht Dein Leben in
meiner Brust und meines auch? - Und wenn ich so viel Flügel hab, was soll mir
eine Last sein? - Alles schwing ich auf gen Himmel, Schweiß wird mir's kosten,
warum nicht Lasten tragen, wenn ich sie aufschwingen kann in die Himmel. - - Was
ist das, ein Atlet sein und nicht den Erdball auf den Fingern tanzen lassen? -
    Haben wir's nicht ausgemacht, wir wollen das gemeine Leben unter uns sinken
lassen, haben
