
«, das wär genug! Wär ich doch wie die Uferfelsen, die den stürzenden,
versprjetzten Lebensstrom wieder im ruhigen Lauf sammeln, und jede Welle, jeder
Gedanke in Dir würde freundlich an mir vorüberbrausen, ich wollt sie nicht
fesseln. - Ach, ich sag nicht, dass ich Dich liebe, aber doch mein ich, ich wollt
gern Dir mein ganz Leben aufopfern, und ich kenn niemand, dem ich das wollt,
aber Dir wollt ich's. Aber wenn Du mir auch nicht vertrauen kannst, darum will
ich nicht bitten. Es ist mir alles eine große Schrift in Dir, es ist mir alles
Geist! - Mein Gott! Was hast Du getan, gedacht, was ich nicht mit vollen Sinnen
genossen hätt. - Und so oft hab ich in Dir erkannt, was ich in mir selber nicht
zur Gewissheit bringen konnt! - wenn mir ahnte. Die ersten kühnen Gedanken, die
zum erstenmal die engen Lebensgrenzen überbrausten, dass ich verwundert war über
Geist und überrascht, wo hab ich sie doch gelesen? - Sie standen auf Deiner
Stirne geschrieben, - wieviel kreuzende Stimmen hast Du doch entwirrt in meiner
Brust, und meine wilde Gedankenlosigkeit - Du hast sie so sanft eingelenkt und
mir gelehrt, freudig mitspielen. - Der Sinn der Welt ist mir einleuchtend
geworden durch Dich, ich hätt ihn nimmer geheiligt, ich hätt ihn immer
verachtet. Denn früher dacht ich oft, zu was ich doch geboren sei? Aber nachher,
wie Du mit mir warst, da hab ich nicht mehr so gefragt, - da wußt ich, dass alles
Leben ein Werden ist, und nur eine freudige Ungeduld hat mich zuweilen noch
übermannt, ein übereilend Erharren der Zukunft, keine Trauer mehr, nein, ich
weiß nichts mehr, was mich geschmerzt hätt seit dem Augenblick, wo ich Dich
kenne. - Dort in Offenbach, der Tage erinnere ich mich; kann's dem Busen der
Erde so üppig entkeimen, als mir die Lebensfülle unter Deinem warmen belebenden
Hauch? - O glaub mir's, ich taumelte oft im Geist, weil die Gedanken so weich
sich mir unter das strömende Gefühl betteten, oft, wenn ich am Abend in die
weite Purpurlandschaft sah, dort, wo ich aufs Dach stieg, bloß um zu fühlen,
wie's Leben doch tut in der Brust, es war mir ja noch so neu, da musst ich
denken, dass ich ganz alles mit sei, was ich sah, - solche Purpurwogen
durchwallten mich, - und es war ein Reichtum, den ich in mir ahnte, und es war
mir alles durch Dich geschenkt! - Ja, ich zweifle nicht, es ist ein Kern, ein
edler in mir
