 in
dies Inselland will's keine Brücke schlagen, im Gegenteil, alle Erscheinung
zerfliesst vor der Sprache. - Ich hab wohl einen dunkeln Begriff, warum ich nicht
dichte, weil eben das Tiefe, was mich gewaltig ergreift, so dass es elektrische
Kraft auf die Sprache hätte, etwas ist, was sich in der Empfindungswelt nicht
legitimiert, oder um schneller und ohne Umweg mich auszudrücken, weil's Unsinn
ist, was mir in der Seele wogt, weil's Unsinn ist, was meine Gedanken mir
vorbeten, weil's Unsinn ist, der mich ahnend als höchstes Gesetz der Weisheit
ergreift. - Wo ich hinsehe, wo ich hinspüre, darf ich nicht ankommen mit meinen
Wahrnehmungen, ich weiß, dass, wenn der Dichterschwung mich ergriff, sich das
Unendliche, das Ungeborne vor mir auftun würde, mich durchzulassen. - Ich seh! -
Und wenn ich was Wahres schaue, sei der Keim so klein noch, so in sich gedrängt,
mich begeistert der ihm selbst bewusstlose Lichtweg, den er wandelt. - Du
begeisterst mich, weil Dein einfaches Streben mir so deutliche Lehre gibt, Du
seist der eignen Seele ewiger Wohllaut, der sie wiegt und schlummernd ihr die
Gesetze der Harmonie einflößt. Ahnungen sollen dem Geistesblick Wahrheiten
werden, soll eine Ahnung wirklich Dasein werden, so muss sich der Geist erst
vermählen mit einem andern Geist - mit dem Genius - die Ahnung verwirklicht den
Genius in uns. - Alles ist wirkliches Leben durch die Feier der Liebe mit dem
Genius. - Alles verwirklicht sich durch Vermählung des höheren Lichts mit dem
Geist - es strömt dem Geist herab, er darf's nur liebend wollen, es erfüllt ihn
in tiefer Nacht gestaltlos, es strömt ihn an, es umschweift ihn ganz, o es ist
kein zahmer Liebhaber, das Licht. - Und ist es ein Wunder, dass wer ohne Grenze
sich ihm ergibt, dass der dann sehe, wo andre nicht sehen? Und sollt ich mich
schämen vor Dir, die in manchen heiligen Augenblicken mir erschien, wie das
Licht zärtlich mit Strahlenkränzen sie umflocht und krönte Dein Haupt mit
doppelter Krone? - Dass ich Dir sage, nicht die Sprache ist zwischen mir und dem
Licht, nein, es ist das Licht unmittelbar, es nimmt meine Sinne auf - nicht
durch die Sprache meinen Geist! - Drum kann ich nicht dichten. Dichten ist nicht
nah genug, es besinnt sich zu sehr auf sich selber. - Ach, da red ich so, wo wir
ausgemacht haben, dass Du niemals drauf eingehest, damit ich nicht vor der Zeit
unsinnig werde - schweig und ich will auch schweigen, der Dämon möcht mich sonst
durch die Lüfte davontragen. -
    Dem Klemente hab ich
