
Er möcht in ihrem Blick vergehen,
Da er sie einmal erst gesehen,
Und fühlt im Herzen tiefe Wehen.
Sein Blick folgt ihr zum Hochzeitstanze
Durch all der Tänzer bunte Reih'n,
Erstirbet bald in ihrem Glanze,
Lebt auf im milden Augenschein.
So wird er seines Schauens Beute,
Und seiner Augen süße Weide
Bringt bald dem Herzen bittres Leiden.
So hat er Monde sich verzehret
In seines eignen Herzens Glut;
Hat Töne seinem Schmerz verwehret,
Gestählt in der Entsagung Mut;
Dann könnt er vor'gen Mut verachten
Und leben nur im tiefen Schmachten,
Die Anmutsvolle zu betrachten.
Mit Philipp war, an heil'ger Stätte,
Am Tag der Seelen fromm geweiht,
Sein Hof versammelt zum Gebete,
Das Seelen aus der Qual befreit;
Da flehen Juans heiße Blicke:
Dass sie ihn einmal nur beglücke!
Erzwingen will er's vom Geschicke.
Sie senkt das Haupt mit stillen Sinnen
Und hebt es dann zum Himmel auf;
Da flammt in ihm ein kühn Beginnen,
Er steigt voll Mut zum Altar auf.
Laut will er seinen Schmerz ihr nennen,
Und seines Herzens heißes Brennen
In heil'ger Gegenwart bekennen.
Laut spricht er: Priester! Lasst schweigen
Für Tote die Gebete all.
Für mich lasst heiße Bitten steigen;
Denn größer ist der Liebe Qual,
Von der ich wen'ger kann genesen,
Als jene unglücksel'gen Wesen
Zur Qual des Feuers auserlesen.
Und staunend sieht ihn die Menge
So schön verklärt in Liebesmut.
»Wo ist, im festlichen Gepränge,«
Denkt manche still, »die solche Glut
Und solches Wort hat jetzt gemeinet?«
Sie ist's, die heimlich Tränen weinet,
Die Juans heiße Liebe meint .
War's Mitleid, ist es Lieb gewesen,
Was diese Tränen ihr erpresst?
Vom Gram kann Liebe nicht genesen,
Wenn Zweifelmut sie nicht verlässt.
Er kann sich Friede nicht erjagen;
Denn nimmer darf's die Lippe wagen,
Der Liebe Schmerz ihr mehr zu klagen.
Nur einen Tag will er erblicken,
Der trüb ihm nicht vorüberflieht,
Nur eine Stunde voll Entzücken,
Wo süße Liebe ihm erblüht,
Nur einen Tag der Nacht erwecken,
Es mag ihn dann, mit ihren Schrecken
Auf ewig Todesnacht bedecken.
Es liebt die Königin die Bühne,
Erschien oft selbst im bunten Spiel.
Dass er dem kleinsten Wunsche diene
Ist jetzt nur seines Lebens Ziel.
Er lässt ihr ein Theater bauen,
Dort will die reizendste der Frauen
Er noch in neuer Anmut schauen.
Der Hof sich einst zum Spiel vereinet,
Die Königin in Schäfertracht
Mit holder Anmut nur erscheinet,
Den Blumenkranz in Lockennacht.
Und Juans Seele sieht verwegen
Mit ungestümem wildem Regen
Dem kommenden Moment entgegen.
Er winkt,
