sche Kette fällt von mir
Und Jesu! - Nur zu dir! zu dir! -
Will ich mein Sehnen tragen.
Die Märterkrone windet mir
Und Seligkeit wohl für und für,
Wenn ich vollendet habe.
O süße Busse! Himmlisch Leid!
In frommer Einfalt, Seligkeit,
Ihr wohnt am heiligen Grabe.
                                     Lete
Du rollst, o Bach, mit stillem Stolz die Flut
Und düstergrün umhüllen dich Gesträuche,
In deiner Well erstirbt die Rosenglut,
Die lieblich glänzt vom fernen Geisterreiche.
Dir schmeichelt nicht die Gunst der Gegenwart
Mit Blütenduft, mit Zephyrs kühlem Säuseln,
Kein Glück, das in der Zukunft Schleier harrt,
Wird deine Wog in holden Spielen kräuseln.
Erbebend schaut es die Vergangenheit,
Wann deine Flut der Schatten Heer umweben,
Wie die Gebilde der entflohnen Zeit
Zum öden Nichts auf deiner Well entschweben.
Du wallest stolz! - Des Helden Lorbeerkranz,
Die Myrte durch Zyterens Hauch erzogen,
Der Tugend Palm in des Olympos Glanz
Verlieren sich in deinen düstern Wogen,
Entführt durch sie, dahin, wo Zeit und Raum
Verschwinden, wo in trüber Nebelferne
Dein dumpfer Fall ertönt, dein weißer Schaum
Im Chaos strahlt, statt lichtbegabter Sterne.
Hinweg von dir! - Die blütenreiche Luft,
Der Zauber in Elysiums Gefilden
Verführ mich nicht, der rosenfarbne Duft
Mag sich umsonst an deinem Ufer bilden.
Vergebens weht hier magisch süß ein Ton
Zu mir herab aus seliger Geister Chören,
Erschiene selbst Latones großer Sohn,
Sein Phöbusauge wird mich nicht betören.
Für Seligkeit, die ich noch nie genoss,
Sollt ich in Lete meine Lust versenken?
Und Schmerzen, die ich lang in mir verschloss,
Für unbekannte Freuden hinzuschenken.
Nein! Jed' Gefühl, zur Qual und auch zur Lust,
Vom Hauch der Erdenluft in mich geboren,
Die Leidenschaft bekämpft in meiner Brust -
Den Siegerstolz! - Ich geb ihn nie verloren.
Es drückt das Herz, wenn eine fremde Macht
Ihm Gottheit gibt, es sträubt sich dieser Würde,
Mit höherem Stolz entsagt es dieser Pracht
Und schmiegt sich liebend seiner Erdenbürde.
Kann ich die Seligkeit auf jener Flur
Nur durch den Tod von diesem Ich erringen,
So leite fern von ihrer Zauberspur
Mich die Erinnerung auf ihren zarten Schwingen.
Ich trag im Busen mein Elysium,
Und dieses blühe mir auf Blumenmatten
Elysischer Gefild! Ich bringe stumm
Es sonst zum Styx, zu ungeweihten Schatten.
Dich aber fleh ich an, Erinnerung!
O Göttin! Die den Gram um Freuden tauschet
Und wie ein Lilienduft mit leisem Schwung
Durch die Verzweiflungsnacht zum Troste rauschet:
Nimm deinen Wanderstab und schlage kühn
Der stolzen Lete Flut, dass ihre Wellen
In nichts verdürstend, ewig schüchtern fliehn,
Elysiums Strand nicht spottend mehr umschwellen.
Die Schatten jauchzen dann, im Götterglanz
Der Tugend
