 ein Gespräch mit Gott. Das ist also
Liebesgespräch, wenn ich mich aufs Gesicht leg im Schatten und hör den Bach
rauschen neben mir, was der redet alles und Antwort drauf geben muss! Und streck
die Ärm aus im kühlen Gras überem Kopf und frag in meine Seel hinein alles, was
ich wissen will. Da wird mir Antwort, ich kann sie aber nicht gleich in Worte
übertragen. Aber es gibt auch ein Gespräch ohne Worte. Aber Liebe ist doch wohl
bloß Gotteitsgespräch? - Ja was soll sie anders sein? - Frage und süße Antwort;
könnt ich aufhören, danach mich ewig zu sehnen? - Ich wär mir selber gestorben.
Und die Seele, die mich am tiefsten versteht - mir am sehnsüchtigsten Antwort
gibt, mich wieder frägt um Antwort, die muss ich lieben. - Wissen wollen, ist ja
schon Wissen, es ist Anschauen; und wenn ich anschaue, so nehm ich ein Bild in
mich auf, und das ist Wissen. Wie kann sich doch der Mensch nicht enthalten,
irgendwas anders sein zu wollen als ein Liebender? - Wie komm ich doch darauf? -
Das ist von heut früh auf der Gerbermühl unser Gespräch; - ich sag Dir, wenn ich
geschwiegen hab, so ist das, weil mir die Worte nicht wohltönend genug vorkamen,
ich seh mich im Geist um nach Klang, wenn ich etwas sagen will, da find ich
keinen Ton, der stimmt, und Du kannst mir's glauben, manches lass' ich ungesagt,
weil ich's nicht edel genug auszusprechen vermag, durch Musik hab ich's
herausgefühlt, dass aller Geist im Menschen liegt, dass er aber nicht die Melodie
dazu findet, ihn auszusprechen. Denn jeder Gedanke hat eine Verklärung, das ist
Musik, die muss Sprache sein, alle Sprache muss Musik sein, die erst ist der
Geist, nicht der Inhalt, der wird nur Liebesgespräch durch die Musik der
Sprache. - Geist ist größer wie der Mensch, immer will der an ihm hinaufragen,
spricht er ihn aus, so hat er selber sich in den Geist übersetzt, Geist ist
Musik, so muss auch die Sprache, durch die er uns in sich aufnimmt, Musik sein.
Wie könnten wir ihn begreifen mit den Sinnen zugleich, in unwürdiger Gestalt! -
Nein! - Geist ist verinnigt mit Schönheit, er ist nur dann Geist, wenn er
Schönheit ist. - Durch den Dichter spricht er sich aus, denn der hat's Gefühl,
dass Geist nur Schönheit ist. Alle schöne Handlung, alles Große ist ein Gedicht
des Geistes. - Ach ich streck die Händ zum Himmel und möcht was anders, als was
die Menschen tun. Denn ich fühl
