 - Ich wäre gern
noch hinausgekommen, glaubst Du, dass George mich im Kabriolett hinausfahren
ließe? - Wolltest Du wohl bei ihm drum fragen? -
    Was Dir die Grossmama aus ihrem Leben erzählt, das merk Dir doch alles,
wenn's auch nur mit wenig Zeilen ist, später ist es einem gar interessant. Adieu
und bleib mir gut, ich will Dir's abzuverdienen suchen.
                                                                        Karoline
Ist alles stumm und leer,
Nichts macht mir Freude mehr,
Düfte, sie düften nicht,
Lüfte, sie lüften nicht,
Mein Herz so schwer!
Ist alles öd und hin,
Bange mein Geist und Sinn,
Wollte, nicht weiß ich was
Jagt mich ohn Unterlass,
Wüsst ich, wohin? -
Ein Bild von Meisterhand
Hat mir den Sinn gebannt,
Seit ich das Holde sah,
Ist's fern und ewig nah,
Mir anverwandt. -
Ein Klang im Herzen ruht
Der noch erfüllt den Mut,
Wie Flötenhauch ein Wort,
Tönet noch leise fort,
Stillt Tränenflut.
Frühlinges Blumen treu,
Kommen zurück aufs neu,
Nicht so der Liebe Glück.
Ach, es kommt nicht zurück,
Schön, doch nicht treu.
Kann Lieb so unlieb sein,
Von mir so fern, was mein? -
Kann Lust so schmerzlich sein,
Untreu so herzlich sein? -
O Wonn, o Pein.
Phönix der Lieblichkeit,
Dich trägt dein Fittich weit
Hin zu der Sonne Strahl -
Ach, was ist dir zumal
Mein einsam Leid?
 
                                An die Günderode
Warum Du aufs Landgut grade gehst, wie wir im besten Verkehr sind, das begreif
ich nicht, es war schon als hätt ich Wurzel gefasst in diesem schönen Briefleben,
wie die Erdbeeren beim Erröten fühlt ich einen aromatischen Duft in mir, wenn
ich mich heiß geschrieben hatte, Du bist immer unterwegs, ich begreif nicht, wo
Du Zeit hernimmst zu allem! - Dies schöne Gedicht! - Wann hast Du's geschrieben?
- Es dreht sich im Tanz und spielt sich selbst dazu auf - so leicht, als ob
sich's so nur aus Deiner Brust atme ohne Anstoß. - Dein Gedicht, was Du in der
klanglosen Stunde geschrieben, ist doch klangreich, es schöpft die Töne aus der
Brust und stimmt sie zu Melodien. - Doch weile ich lieber bei dem ersteren, denn
das hast Du doch später gemacht, nicht wahr? Und fühlst auch wie ich, dass die
Schmerzen im Geist immer mit auf die Pein der Langeweile gegründet sind. - Denn
nehm's, wie Du willst; bräche das Leben sich mit einmal eine neue Bahn und wär
sie auch noch so uneben und holprig, die Verzweiflung hätt ein Ende. Denn alles
Schmerzgefühl, alle Sehnsucht kommt doch nur daher
