 flehend seine Bekenntnisse
dar, will jedes Fehls sich zeihen, will ganz im Busen ihr aufgenommen sein. Ja,
Musik - sie schrotet Gold und Stahl, kein Helm sitzt so fest auf dem Haupt, und
kein Harnisch auf der Brust, sie dringt durch, und es gelobet sich ihr der König
wie der Vasall.
    Wie aber ist's mit der Symphonie von Beethoven, die gleich drauf folgte? -
Willst Du mit hinüber unter jenes Ölwalds gleiche Stämme mit Laub wie Samt,
schwimmend im Wind, der Wellen schlägt in ihren grünen Schleiern und sanft auf
flockigem Rasen den einsam lautlosen Tritt Dir umflüstert? - Komm! - Schau die
Sonne im Feuerpanzer ihre Pfeilstrahlen vom Bogen strömend ins ewige Blau. -
Bald vom Wechsel der Wogen getragen, schwankt unter Dir das unendliche Meer. Der
Wind fährt daher zwischen türmenden Wellen - bahnt Weg silbernen Göttern, die
aufrauschend sich umschlingen mit Dir, nach himmlischen Rhytmen Dir aus der
Brust geboren. So nah ist alles verwandt Dir. - Doch ohne End wechselnd dies
Meer, fährt es dahin, in seiner Launenverzückung durchschlüpft Färbung auf
Färbung sein Wellenspiel, fesselt Dein Schauen - durchdringt Deine Sinne,
schmachtend und dann feurig, lächelnd, weinend, blendend und verhüllt wieder -
so rasch vorüber streift's wie von geliebten Augen der Begeisterung Blick; kannst
ihn nicht fassen, nicht lassen von ihm. - - Rein von Gewölk der Himmel, sein
Hauch sanft jagt vor sich her Wellchen - unzählige - eins ums andere, und
sterben am Ufer alle mit leisem Geseufz. - Ach! - süßer Moment herrschend über
der Leidenschaften Meer! - Da stockt Dein Atem und möchtest halten - ganz und
immer, was jeden Augenblick ohne Aufhören Dir alles entschwindet. -
    Was ist's, die Seele im Meer der Musik? - fühlt sie Schmerzen? - Hat sie
Wonnen, die wunderbar Bewegliche? - Kein Gedanke mag ihr folgen - fühlt sie mit
durch Rückwirkung alle Regungen? - Liebt sie, wenn wir lieben? - Schmeichelt's
ihrem Schäumen, wenn unsre Tränen hinein sich mischen? - O ich möcht hinein mich
werfen in die smaragdnen Lagunen, über die leise hingetragen durchs ungeheure
Meer bis zu seiner Höhe, uns zwei verwandte Seelen harmonisch der Kahn wiegt bis
zum letzten Ton - und dann - dieselbe Luftstille, dieselbe Himmelsreinheit,
derselbe Atem, süß - unberührt - dasselbe Sonnenlicht im Geist - trunken von
süßem Schwanken der Töne, die durch den Busen wühlen. Doch bald erhebt sich's!
Der große Geist des Erschaffens - Du hörst im Brausen seine Stimme, der alles
sich schmiegt, veratmen - dann hebt im Schauer Deiner Brust ihr Hauch sich
wieder - und jetzt - gewaltig - in unermüdlichem Steigen und Sinken
