, die mich belehren, da denk ich manchmal auf den Mann zurück,
ich möchte sie zwar gern behalten oder aufschreiben, aber sie ziehen mich immer
weiter, und um den nächsten nicht zu versäumen, muss ich den früheren aufgeben,
so ist's, dass ich nicht anders kann; es muss doch so in der Natur des Lichts
liegen, was den Menschen durchströmt und ihn nährt, wie die Sonnenstrahlen die
Pflanze - dass das frische Licht immer das frühere verdrängt, wie im Strom eine
Welle die andere, so mag es denn hingehen, dass ich kein Buch schreiben kann, wie
der Klemens will, ich müsst ein Herbarium machen und sie trocknen, dass ich sie
könnt nebeneinander hinlegen, unterdessen würden so manche Blumen verblühen, das
will ich nicht, weil ich aber auf Dich gerichtet bin, fliegen so manche Gedanken
auf zu Dir von selbst. Ja sie kommen sogar zwischen uns, wenn ich mit Dir bin.
Du bist eben gar nicht wie ein Mensch, der mich fassen und halten will, Du bist
wie die Luft, der Sonnenstrahl fährt nieder durch Dich in meinen Geist, so hell
bist Du.
    Die Eule, die Jungfer Salome, der weise Meister im Abendschein, eine Vision
des Philistertums, in dessen Geist sie versammelt waren.
    In der Bibliothek hab ich heute einen geschnittnen Stein gefunden; der
blecherne lackierte Kerl, der heut aus Homburg herüberkam, der G.r.g., der die
Welt durchs Perspektiv beguckt, um alles zu durchschauen (zufällig passiert
nichts vorm Guckloch), erklärt den Stein für antik, sonst wollt die Grossmama mir
ihn schon schenken für Dich. - Daphnis, vom Apoll verfolgt, wurzelt fest mit der
flüchtigen Sohle und spriesst in Lorbeer auf. Das passt so schön auf Dich. Dein
Schicksal, Du siehst's vor Augen. Geliebt, verfolgt, umfangen vom Gott der
Musen, und dann, ewig immerdar goldne Keime aufschossend, und der Dichter reiner
Orden, der Dich umwandelt, mit Dir sich zu berühren, das ist kein Philistertum,
solche Geschicke wie heilige Gefäße umfassten ein Menschenleben zur Zeit der
Griechen. (Ist mir doch, als spräch ich mit Deinen Lippen.) Aber heut! Aber ich
- mein Kopf ein Feld, das brach liegt - ich wandle zwischen Hecken, seh jede
Erdscholle benutzt, der Salatkopf in der Mitt, die Bohnenstangen oben drüber,
und mir bangt, dass ich nicht angepflanzt bin, ich denk, dass Du Dir Müh gibst mit
mir, dass es nichts hilft. Nachts denk ich als, wenn die Sonn aufgeht, will ich
lernen, am Tag wollt ich, die Nacht käm doch, dass ich allein wär und könnt mich
selbst verstehen,
