, dass Du es selbst bist; drum
will ich dem Buch Deinen Namen nicht vertrauen, wie ich dem Echo ihn nicht
vertraue.
    Ach, Deinen Namen berühre ich nicht! So ganz entblößt von irdischem
Besitztum nenne ich Dich mein.
                                     * * *
                                                                             Ems
Nicht schlafen gehen, ohne mit Dir zu sprechen - so müde wie ich auch bin! Die
Augenlider sinken und trennen mich von Dir; mich trennen nicht die Berge und die
Flüsse, und nicht die Zeiten, und nicht Deine eigne Kälte, und dass Du nichts
weißt von mir, wie ich Dich liebe. - Und mich trennt der Schlaf? - Warum denn
trennen? Ich wühle mich in Deinen Busen, diese Liebesflammen umzingeln Dein
Herz, und so schlafe ich ein.
                                     * * *
Nein, ich will Dich nicht nennen, Du, dem ich rufe: gib mir Gehör! Du hörst Dich
ja gern beschwätzen - so hör auch mir zu; nicht wie jene, die von Dir, über Dich
schwätzen; zu Dir, in Deinem Anschauen sammeln sich meine Gedanken; wie der
Quell, der das Gestein spaltet und niederrauscht durchs Schattental, Blume um
Blume anhaucht; so hauch' ich Dich an, süßer Freund!
    Er murmelt nur, der Bach; er plätschert, er lispelt, wenige Melodien
wechseln seinen Lauf; aber vernimm's mit freundlichem Ohr, da wirst Du jauchzen
hören, klagen, bitten und trotzen, und noch wirst Du hören und empfinden,
Geheimnisse, feierliche, leuchtende, die nur der versteht, der die Liebe hat.
                                     * * *
Ich bin nicht mehr müde, ich will nicht mehr schlafen, der Mond ist aufgegangen
mir gegenüber, Wolken jagen und decken ihn, immer wieder leuchtet er mich an.
    Ich denke mir Dein Haus, die Treppe, dass die im Schatten liege, und dass ich
an dieser Treppe sitze, und jenseits die Ebene vom Mond beleuchtet. Ich denke,
dass die Zeiten jagen, eilen und mannigfach sich gestalten wie jene Wolken, dass
der Mensch an der Zeit hängt und glaubt, mit ihr eile alles vorüber, und das
reine Licht, das durch die Zeiten bricht, wie der Mond durch die fliehenden
Wolken, das anerkennt er nicht. -
    O ja doch! - Erkenne meine Liebe und denke, dass, da die Zeit vorübereilt,
sie doch das eine hat, dass im flüchtigen Moment sich eine Ewigkeit erfassen
lasse.
                                     * * *
Schon lange ist Mitternacht vorüber, da lag ich im Fenster bis jetzt, und da ich
mich umsehe, ist das Licht tief herabgebrannt.
    Wo war ich so tief in Gedanken, - ich hab gedacht, Du schläfst, und hab über
den Fluss gesehen, wo die Leute Feuer
