 mit dem Finger die Schläfe:
Jählings versank ich in tiefen Schlummer.
Aber gestärkt vom Wunderschlafe
Bin ich erwacht zu glückseligen Tagen,
Führte die seltsame Braut in mein Haus ein.
                                    Warnung
Der Spiegel dieser treuen braunen Augen
Ist wie von innrem Gold ein Widerschein;
Tief aus dem Busen scheint er's anzusaugen,
Dort mag solch Gold in heilgem Gram gedeihn.
In diese Nacht des Blickes mich zu tauchen,
Unschuldig Kind, du selber lädst mich ein,
Willst, ich soll kecklich dich und mich entzünden -
Reichst lächelnd mir den Tod im Kelch der Sünden!
                                Scheiden von ihr
Ein Irrsal kam in die Mondscheinsgärten
Einer einst heiligen Liebe,
Schaudernd entdeckt ich verjährten Betrug;
Und mit weinendem Blick, doch grausam
Hiess ich das schlanke,
Zauberhafte Mädchen
Ferne gehen von mir.
Ach, ihre hohe Stirn,
Drin ein schöner, sündhafter Wahnsinn
Aus dem dunkelen Auge blickte,
War gesenkt, denn sie liebte mich.
Aber sie zog mit Schweigen
Fort in die graue,
Stille Welt hinaus.
Von der Zeit an
Kamen mir Träume voll schöner Trübe,
Wie gesponnen auf Nebelgrund,
Wusste nimmer, wie mir geschah,
War nur schmachtend, seliger Krankheit voll.
Oft in den Träumen zog sich ein Vorhang
Finster und groß ins Unendliche,
Zwischen mich und die dunkle Welt.
Hinter ihm ahnt ich ein Heideland,
Hinter ihm hört ich's wie Nachtwind sausen;
Auch die Falten des Vorhangs
Fingen bald an, sich im Sturme zu regen,
Gleich einer Ahnung strich er dahinten,
Ruhig blieb ich und bange doch,
Immer leiser wurde der Heidesturm -
Siehe, da kam's!
Aus einer Spalte des Vorhangs guckte
Plötzlich der Kopf des Zaubermädchens,
Lieblich war er und doch so beängstend.
Sollt ich die Hand ihr nicht geben
In ihre liebe Hand? Bat denn ihr Auge nicht,
Sagend: da bin ich wieder
Hergekommen aus weiter Welt!
                                   Und wieder
Die treuste Liebe steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, verlassen, unbeschuht,
Dies kranke Haupt hat nicht mehr wo es ruht,
Mit ihren Tränen netzt sie bittere Wunden.
Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!
Wie Fieber wallte ihrer Wangen Glut,
Sie scherzte mit der Frühlingsstürme Wut,
Verwelkte Kränze in das Haar gewunden.
Wie? Solche Schönheit konnt ich einst verlassen? -
- So kehrt nun doppelt schön das alte Glück!
O komm! in diese Arme dich zu fassen!
Doch wehe! welche Miene, welch ein Blick!
Sie küsst mich zwischen Lieben, zwischen Hassen,
Und wendet sich und - kehrt mir nie zurück.
Wie sonderbar ist Nolten von dieser Schilderung ergriffen! wie lebhaft erkennt
er sich und Elisabet selbst noch in einem so bunt ausschweifenden Gemälde! und
diese Wehmut der Vergangenheit, wie
