 einem Gedichte und dann hat er nicht den Mut,
sich ins Wasser zu stürzen, nun schämt er sich seines Lebens; er hat die Furcht
in sich entdeckt und ist nun in allem gehemmt. Will in ein Kloster flüchten,
kommt vom Glockengeläute fortgezogen zum Trauerzug des letzten Stammherrn von
Hohenstock, gedenket der Zeiten und Abenteuer, die er mit Susannen bestanden,
und an die hingerichtete Katarina. Seine Erschütterung, da man die Särge in die
Gewölbe nieder gelassen:
Tiefster unendlicher Schlaf, bei dir nur findet das Senkblei
Ruhe inmitten der Sorgen, tief in die Erde versenkt.
Selber der Träume strahlendes Licht verschwindet da unten,
Und die durchsichtige Flut, scheint da über mir schwarz.
Ach und so schwer mein Herz - Senkblei kann ich's wohl nennen,
Hoffnung zum Himmel entstieg, blieb nur Erinnerung drin.
Hier verlorne Liebe - dort die verlorne Geliebte! -
Ja der gedoppelte Schlag wecket unendliche Ruh!
Hier verlöschen die Kerzen am Sarge erträumeter Liebe,
Dort am gemordeten Leben gehen sie glühender auf.
Bin ich denn noch nicht gestillt? - erziehn mich nicht schmerzliche Tage!
Jagen Geschütze nicht lange, ernst den flüchtigen Puls? -
Sah ich Zerschmetterte doch mit Gleichmut in zückenden Haufen,
Warum erschrecket mich denn, was mir so fern und vorbei? -
Denn ich suche dein Grab, Susanne, - es liegt mir so ferne.
Was dem Herzen so nah, lieget doch immer so fern.
Löwen, die möchte ich senden die heilige Stätte zu hüten,
Seit du bei Menschen nicht mehr, scheinen mir Menschen zu schlecht,
Güte und Schönheit such ich fortan bei Tieren des Waldes,
Eigen waren sie dir, sie bewährt ewig dein menschlich Geschick,
Bricht der Morgen heran, dann trinken die Tränen
Vöglein mir von der Wimper und sie singen davon
Traurig ein trauriges Lied.
Zwiefach seh ich dich dort, auf schwebender Grabstätte weilen
Über der Berge grünenden Flur wie ein Wölklein am Fels:
Nemesis einmal, sternenumtanzt im Glanze der Jugend
Scheidend vom Unrecht das Recht, im eignen Busen versenket den Blick.
Kriegrische Muse dann - ewig grünender Lorbeer
Umschlinget das Haupt dir von Geisterflammen beleuchtet.
Schrecklich sind Menschen, denn sie neiden ums Licht
Geistige Flammen am Grab. Ach was leuchten die Gassen,
Während kein ewiges Licht brennet auf Gräbern mehr. -
Ha was finde ich hier auf diesen Klippen zerstreut,
Die ich in tosender Nacht, meiner vergessen erstieg,
Hier das Purpurgewand, noch warm vom Dufte des Lebens -
Hier die Sohlen gelöst - hier der Eindruck im Fels
Von beiden Füßen so deutlich, zeigt, - ein gewaltiger Sprung
Hat sie beflügelt zur Höh. - Ach du schwebest wohl noch -
Es schwebten dem Wagen der Sonne, manche Gestalten zuvor,
Sie erblicke
